Swissmetal: Streik geht weiter
15. Februar 2006, 16:15Die Beschäftigten im Swissmetal-Werk von Reconvilier haben sich am Nachmittag an einer Versammlung für eine Fortsetzung des Streiks ausgesprochen. Am Morgen hat das Unternehmen den Vorschlag von Mediator Rolf Bloch als einseitig zurückgewiesen.
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Wuillemin hatte dem Personal in Reconvilier vorgeschlagen, den Streik so lange fortzusetzen, wie die Mediationsbemühungen Blochs keine Resultate zeigten. Bloch wollte sich am Nachmittag mit Swissmetal-Verwaltungsratspräsident Friedrich Sauerländer treffen.
Wuillemin schloss nicht aus, dass nach diesem Treffen «Gegen-Vorschläge» unterbreitet werden könnten. Für Wuillemin ist klar, dass «Verwaltungsrat und Geschäftsleitung von Swissmetal die Mediation scheitern lassen wollen», sagte Wuillemin.
Sollte die Mediation tatsächlich scheitern, werde man den Ball Bundesrat Joseph Deiss und den Behörden des Kantons Bern zurückspielen.
Bloch zu gewerkschaftsfreundlich
Die Verantwortlichen der Swissmetal hätten ihm mitgeteilt, dass sie den Vorschlag in dieser Form nicht annehmen könnten, sagte Bloch heute morgen. Konkret wirft Swissmetal Bloch laut einer Mitteilung vor, nicht zu vermitteln, sondern vor allem die gewerkschaftlichen Forderungen zu übernehmen.Bloch habe nur mit den streikenden Mitarbeitern Vorgespräche geführt, nicht aber mit der Unternehmensleitung und den nicht streikenden Mitarbeitern im solothurnischen Dornach. «Es ist für uns eine überraschende Situation, dass es keine Mediation ist und der Vorschlag direkt an die Medien ging», kommentierte Swissmetal-Sprecherin Juliane Kloubert auf Anfrage. Nun seien aber Gespräche vorgesehen.
Der kritisierte Rolf Bloch sagte, er habe mit dem Swissmetal-Verwaltungsrat Gespräche geführt. «Ich muss nicht mit der Geschäftsleitung reden, sondern mit dem Verwaltungsrat», sagte Bloch. Die Geschäftsleitung käme dann zum Zug, wenn eigentliche Mediationsgespräche aufgenommen würden.
Festhalten am Stellenabbau
Unüberwindbare Hürden für Swissmetal sind laut Kloubert beispielsweise, die im Rahmen der Neuorganisation im vergangenen Dezember ernannten Kader von Dornach und Reconvilier temporär zurückzustufen. Auch der Stellenabbau sei wegen des Auftragsverlusts als Folge des Streiks nicht mehr zu vermeiden. Swissmetal hoffe, in den laufenden Gesprächen mit den GAV-Partnern eine möglichst sozialverträgliche Lösung zu finden.Nach der Neuerwerbung von Busch-Jäger in Lüdenscheid könne sich Swissmetal den parallelen Betrieb dreier Warmverformungen nicht leisten. Nicht verhandelbar sei auch die Kündigung der 21 Kadermitglieder, die trotz dreifacher Aufforderung, in Dornach zu arbeiten, nicht erschienen seien, ergänzte Swissmetal-Sprecherin auf Anfrage.
Streik geht weiter
Konzernchef Martin Hellweg erklärte in einem Gespräch mit der «HandelsZeitung» von heute, es seien rechtliche Schritte eingeleitet worden, um die Gewerkschaft Unia für den durch den Streik entstandenen Schaden verantwortlich zum machen. Auch er zeigte wenig Bereitschaft, auf die Kündigung der 21 Kader zurückzukommen.Swissmetal verfüge zusammen mit Busch-Jaeger und den nicht streikenden Kader über ausreichende Managementkapazitäten, um Reconvilier wieder flott zu machen. «Gewinnen die Hardliner, gibt es für Reconvilier keine Zukunft», sagte Hellweg.
Der Streik im Werk in Reconvilier im Berner Jura ging derweil weiter. «Sobald Swissmetal dem Mediationsvorschlag zustimmt, wird die Belegschaft, wie angekündigt die Arbeit wieder aufnehmen», sagte Nico Lutz, Sprecher der Gewerkschaft Unia. Es sei allerdings erstaunlich, dass sich die Verantwortlichen von Swissmetal so viel Zeit liessen, nachdem sie bisher immer von dringenden Kundenbedürfnissen gesprochen hätten.
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