Wirtschaft
Kreditkartenanbieter reagieren
29. April 2006, 23:20Erste Konkurrenten reagieren auf die Billigangebote bei den Kreditkarten. Doch Coop und Migros wollen nicht nur bei der Jahresgebühr klar am günstigsten sein.
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Zuerst gaben sie sich unbeeindruckt. Nun reagieren die ersten Kreditkartenanbieter doch. Um den forschen Vorstoss der Schweizer Detailhandelsriesen in ihr Geschäft abzuwehren, wollen sie die Preise senken. «Für Leute, die an einer günstigen Jahresgebühr interessiert sind, haben wir ein Konzept in der Schublade», sagt Ludovic Bauer, Geschäftsleitungsmitglied der Viseca. Das Unternehmen, das die Karten der Kantonal- und Raiffeisenbanken sowie der Bank Coop und Migrosbank herausgibt, will künftig ein günstiges Angebot ohne jegliche Zusatzdienste anbieten.
Beim Billigangebot der Viseca werden etwa Auslandtransaktionen mehr kosten, falls man nicht eine Zusatzgebühr bezahlt. Oder man wird eine Kontoführungsgebühr entrichten müssen, wenn man nicht auf eine Mindestanzahl Transaktionen pro Jahr kommt. Die Details seien aber noch nicht ausgearbeitet, sagt Bauer. Viseca ist mit rund einer Million Karteninhabern die Nummer zwei im Markt.
Auch Verfolgerin Swisscard, die je zur Hälfte der CS und American Express gehört, überlegt sich die Einführung einer Karte «ohne Schnickschnack», wie Sprecher Urs Knapp bestätigt. «Es ist aber auch möglich, dass wir den Preis zwar belassen, aber die Leistungen der Karten weiter erhöhen.» Erst mal abwarten will dagegen die UBS als Nummer eins. «Wir möchten zuerst sehen, wie die Konditionen der Karten von Migros und Coop wirklich sind», sagt Sprecher Axel Langer. Bei Auslandtransaktionen, Fremdwährungsumrechnungen, für Bankomatbezüge oder Teilzahlung sei noch nichts klar.
Eines ist indes bereits jetzt glasklar: Wer von den gestandenen Anbietern nicht mitzieht, wird es schwer haben. Denn die Neuen machen klar, dass sie keinesfalls nur mit ihrer Jahresgebühr von derzeit 4.40 Franken (statt den bislang üblichen 50 bis 100 Franken) und tieferen Verzugszinsen (die Migros verlangt 9 statt den heute meist üblichen bis 15 Prozent) konkurrenzfähig sein wollen. «Unsere Karte heisst M-Budget», sagt Migros-Sprecher Urs Peter Naef. Und der Name sei Programm. Ähnlich klingt es bei Coop. «Wir werden durchs Band attraktiver sein», sagt Sprecher Felix Wehrle. «Wir holen die tiefere Jahresgebühr sicher nicht durch höhere andere Tarife wieder rein.»
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