Wirtschaft
Auch Baumeisterverband will austreten
24. Mai 2006, 10:47Es brodelt im Dachverband der Schweizer Wirtschaft: Nach Swissmem will nun auch der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) per Ende Jahr aus der Economiesuisse austreten.
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Fallweise Zusammenarbeit auch in Zukunft
Der SBV wolle seine Mittel und Kräfte künftig auf den Schweizerischen Gewerbeverband, der auf kleine und mittlere Unternehmungen ausgerichtet sei, und den Schweizerischen Arbeitgeberverband konzentrieren. Der SBV anerkenne die Leistungen von Economiesuisse vor allem in Abstimmungskampagnen und zu Gunsten der Exportwirtschaft sowie einzelner wichtiger Branchen der Schweizer Wirtschaft. Der SBV sei sich auch bewusst, dass die auf den Inlandmarkt konzentrierte Bauwirtschaft vom Erfolg im Export und vom Wohlergehen einzelner Wirtschaftszweige abhänge und setze sich auch für günstige Rahmenbedingungen dieser Branchen ein, heisst es weiter. Deshalb sei eine fallweise Zusammenarbeit auch in Zukunft möglich.Bereits am (gestrigen) Montag hatte Swissmem, der Branchenverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, seine Mitgliedschaft bei Economiesuisse per Ende Jahr vorsorglich gekündigt. Swissmem-Präsident Johann N. Schneider-Ammann hatte im Vorfeld unter anderem kritisiert, dass Economiesuisse verstärkt die Interessen einzelner Branchen wie dem Finanz- oder dem Pharmasektor wahrnehme. Auch Swissmem steht noch mit Economiesuisse in Gesprächen.
Gelassenheit bei Economiesuisse
Economiesuisse-Sprecher Urs Rellstab zeigte sich auf Anfrage in Zürich gelassen. Bei den austrittswilligen Verbänden handle es sich auch von der Grössenordnung her gesehen um zwei ganz verschieden gelagerte Fälle. Positiv sei, dass beide das Gespräch mit Economiesuisse suchten und man noch nicht vor einem Fait accompli stehe. Laut Rellstab hat Economiesuisse in den vergangenen fünf Jahren mehr als 30 neue Mitglieder erhalten und damit ihre Basis laufend verbreitert. Von weiteren Austritten sei ihm nichts bekannt, sagte er.Economiesuisse-Direktor Rudolf Ramsauer hatte gestern im Fernseh-Nachrichtenmagazin «10 vor 10» erklärt, jedes Auseinanderdriften und Aufsplittern schwäche die Wirtschaft. «Entscheidend ist, dass die Wirtschaft in übergeordneten Dingen mit einer Stimme spricht», sagte Ramsauer.
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