Wirtschaft

18 Prozent mehr Lohn für Manager

24. Mai 2006, 12:43

Die Rekordgewinne haben den Top-Managern der grössten Schweizer Firmen letztes Jahr Rekordsaläre beschert. Im Schnitt erhielten sie Lohnerhöhungen von 18 Prozent und kassierten damit knapp zwei Millionen Franken.

Laut einem Lohnvergleich erhöhten letztes Jahr 80 Prozent der 56 grössten Schweizer Firmen die Löhne ihrer Topkader. Im Schnitt betrug die Lohnerhöhung 18 Prozent, was den Spitzenmanagern der Schweizer Grossunternehmen ein Durchschnittssalär von 1,97 Millionen Franken eintrug, wie das Blatt schreibt. Angeführt wird die Rangliste von den Banken und Pharmafirmen, gefolgt von Versicherungen und dem Nahrungsmittelgiganten Nestlé.

Wie aus dem Geschäftsbericht bereits bekannt, zahlte die UBS ihren zehn Konzernleitungsmitgliedern und drei vollamtlichen Verwaltungsräten im Rekordjahr 2005 im Durchschnitt 17,1 Millionen Franken. Mehr als die Hälfte des Gesamtbetrages von 222,6 Millionen Franken wurde dabei in Form von gesperrten Aktien und Optionen ausbezahlt. Die Credit Suisse bezahlte ihren sechs Top-Managern im Schnitt 16,9 Millionen Franken. 7,2 Millionen Franken weniger erhielt die sechsköpfige Führungsriege von Novartis. Roche zahlte im Schnitt gut 5 Millionen Franken. Mit einem Durchschnittsalär von 4,3 Millionen Franken folgt mit ABB gleich dahinter der erste Technologiekonzern.

Auch bei den individuellen Spitzenlöhnen schwingen die Finanz- und Pharmavertreter obenaus: UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel führt die Rangliste, wie berichtet, mit 24 Millionen Franken vor Novartis-Chef Daniel Vasella mit 21,3 Millionen Franken, Roche-Chef Franz Humer mit 14,7 Millionen Franken und Nestlé-Präsident Peter Brabeck mit 13,8 Millionen Franken klar an.

Faktisch dürfte aber Vasella der Spitzenverdiener sein. Denn anders als die UBS weist Novartis Optionen zum Steuer- statt zum Marktwert aus. Gemäss der Anlagestiftung Ethos kassierte Vasella letztes Jahr rund 30 Millionen Franken, seine Optionen werden ebenfalls zum Marktwert berechnet. Auch bei Brabecks Salär sind die Optionen nur zum tieferen Steuerwert berechnet.

Nicht in dieser Rangliste aufgeführt sind die operativen Chefs der UBS und der CS, Peter Wuffli und Oswald Grübel, weil gemäss geltendem Recht die Saläre der Geschäftsleitung nur pauschal publiziert werden müssen. Dies wird sich im nächsten Jahr ändern: Gemäss dem heutigen Bundesratsbeschluss müssen die Firmen ab nächsten Jahr auch den Lohn ihres bestbezahlten Managers offen legen.

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