Wirtschaft

Peinliches Datenleck bei neuer Coop-Kreditkarte

17. Juni 2006, 00:03

Anfang Juli führt Coop seine Gratiskreditkarte ein. Wer sie im Internet beantragte, kam gestern problemlos zu heiklen Daten anderer Interessenten.

Die neue Supercard plus von Coop kann auch als Kreditkarte benützt werden.
Die neue Supercard plus von Coop kann auch als Kreditkarte benützt werden.
Von Romeo Regenass

Bruttolohn, Bankverbindung, Arbeitgeber, berufliche Position, Handynummer: Alle diese persönlichen Angaben stehen im Antrag, den die Interessenten für die neue Gratiskreditkarte des Detailhändlers ausfüllen. Wer dies im Internet tat, riskierte gestern, dass Dritte Informationen über seine Vermögens-, Berufs- und Familienverhältnisse erhielten. Nachdem der TA bei Coop interveniert hatte, wurde der Zugriff auf das Formular jedoch unverzüglich gesperrt. Bis heute Morgen sollte der Fehler behoben sein. Den TA hatte ein Leser auf das Problem aufmerksam gemacht.

Coop-Chef Hansueli Loosli bedauert die Panne ausserordentlich und entschuldigt sich bei allen Betroffenen. «Das ist völlig gegen unsere Absichten - umso mehr, als wir vor den Medien dargelegt haben, dass wir den Datenschutz ernst nehmen.» Der Fehler liege beim Partner Swisscard.

Zu den Daten kam man denkbar einfach: Nach dem Ausfüllen des Antrags zeigte die Internetadresse am Ende eine Dateikennziffer, etwa «ID=1433». Wer die Zahl änderte, hatte im Nu den Antrag einer fremden Person auf dem Bildschirm.

«Verletzung des Datenschutzes»

Für den Datenschützer des Kantons Zürich ist klar: «Wenn tatsächlich solche sensiblen Daten von Dritten auf dem Internet eingesehen werden konnten, wurden die nötigen Sicherheitsmassnahmen nicht getroffen, was eine Verletzung des Datenschutzes ist», sagt Bruno Baeriswyl.

Ein Informatikspezialist spricht von einem «Anfängerfehler»: Bei gut gemachten Homepages, wie sie etwa im Onlinebanking üblich seien, sehe man keine Dateikennziffern.

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