Wirtschaft
Keine negativen Folgen
29. Juni 2006, 16:44Der freie Personenverkehr mit der EU drücke die Löhne nicht und habe keine Auswirkung auf die Arbeitslosenzahlen, sagen die Statistiker des Bundes. Auch Arbeitgeber und Gewerkschaften sind zufrieden.
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Weniger Nichteuropäer
Die Zuwanderung habe sich in diesen dreieinhalb Jahren bedürfnisgerecht und kontrolliert entwickelt und sei insgesamt sogar leicht zurückgegangen, sagte Nordmann. Dabei ist es zu einer beachtlichen Verschiebung bei den Herkunftsländern gekommen. Vor dem Freizügigkeitsabkommen stammte knapp ein Viertel aller Neuzuzüger aus EU- oder Efta-Staaten, inzwischen beträgt ihr Anteil rund die Hälfte.Diese Entwicklung entspricht der Ausländerpolitik des Bundesrats. Die Kontingente für Daueraufenthalter aus EU- oder Efta-Staaten werden denn auch vollständig ausgeschöpft. Dies zeige den Nachholbedarf der Schweizer Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitskräften, sagte Nordmann.
Er fügte an, das Freizügigkeitsabkommen habe nicht zu einer Verdrängung der einheimischen Erwerbstätigen vom Arbeitsmarkt geführt. Die Arbeitslosenquote der Schweizerinnen und Schweizer habe sich gemäss Konjunkturverlauf entwickelt und sei deutlich unter derjenigen der Ausländerinnen und Ausländer geblieben. Positiv fällt auch die Bilanz über die Einhaltung der Lohnvorschriften aus.
Keine Angst vor Osterweiterung
Der Bericht des Bundes zeige, dass die Personenfreizügigkeit nicht der Preis für die Bilateralen gewesen sei, sondern vor allem positive Effekte habe, sagte Thomas Daum, der Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes. «Der Entscheid war richtig, er hat dem Arbeitsmarkt und der Volkswirtschaft wichtige Impulse gegeben», fügte er an. Auch die EU-Osterweiterung werde keine grösseren Probleme verursachen. Die Unternehmen bräuchten nicht billige, sondern qualifizierte Arbeitskräfte.Auch beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) teilt man grundsätzlich die positive Einschätzung. Allerdings müssten gewisse Problembereiche im Auge behalten werden, sagte SGB-Chefökonom Serge Gaillard. So habe die Zahl derjenigen, die weniger als drei Monate in der Schweiz blieben, innert Jahresfrist um 50 Prozent zugenommen. Wenn die Zahlen sich auch auf tiefem Niveau bewegten, könnten sie in einzelnen Branchen doch zum Problem werden. Auch bei den kleinen Temporärfirmen und in Sachen Lohndruck dürfe noch nicht Entwarnung gegeben werden, sagte Gaillard.
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