Wirtschaft

Studie: Pensionskassengeld ineffizient angelegt

31. August 2006, 14:44

Viele Schweizer Pensionskassen verhalten sich laut einer Studie der Universität St. Gallen zu konservativ. Mit dynamischeren Anlagestrategien könnten sie höhere Renditen erzielen und damit mehr Geld für ihre Versicherten herausholen.


Dies bedeute aber keineswegs höhere Risiken, im Gegenteil: Zugleich könnten damit die Risiken verringert und besser kontrolliert werden, sagte der St. Galler Uniprofessor Manuel Ammann bei der Veröffentlichung der Studie vor den Medien in Zürich. Die Studie wurde von der französischen Grossbank Société Générale in Auftrag gegeben.

Bislang hätten die Pensionskassen eher statische Anlagestrategien verfolgt. Diese würden nicht an die aktuelle Risikofähigkeit der Kassen angepasst. In den 1990er-Jahren seien die Kassen noch in einer bequemen Lage gewesen. Damals waren die Deckungsgrade mit bis zu 124 Prozent sehr hoch.

Mit dem Börsencrash nach der Jahrtausendwende habe sich dies schlagartig geändert, sagte Ammann. Von 2002 bis 2004 wiesen die Kassen im Schnitt eine Deckungsgrad von unter 100 Prozent aus. Trotz der Erholung der Börsen seither kletterte der durchschnittliche Deckungsgrad im letzten Jahr erst auf knapp 103 Prozent.

Sanierungsrisiko in Kauf genommen
Dennoch hätten die Pensionskassen immer zwischen 25 und 30 Prozent ihrer Gelder in Aktien investiert gehabt. Die Aktienquote sei nicht dem Markt angepasst worden. Damit seien die Kassen das Risiko eingegangen, saniert werden zu müssen.

«Die Pensionskassen haben die Krise einfach ausgesessen», sagte Ammann. Das habe sich zwar jetzt ausbezahlt, weil die Märkte wieder zugelegt hätten. Es hätte aber auch schief gehen können, so Ammann.

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