Wirtschaft
Swiss Re sponsort Hybridautos
06. Januar 2007, 23:17Für die Swiss Re gehts beim Klimaschutz ums Geschäft. Darum ist sie auch bereit, dafür in die Kasse zu greifen.
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Für die Mitarbeitenden der Swiss Re gabs diese Woche ein verspätetes Weihnachtsgeschenk: Die Rückversicherungen bietet ihnen bis zu 5000 Franken, wenn sie ihre private CO2-Bilanz verbessern.
Die Idee dafür stammt ursprünglich aus den USA. Der Internetkonzern Google sponsert seit knapp zwei Jahren die Hybridautos seiner US-Angestellten mit bis zu 5000 Dollar. Mittlerweile haben dort auch andere Firmen, etwa die Bank of America, ähnliche Programme lanciert.
Die Swiss Re geht aber einen Schritt weiter. Der Rückversicherungskonzern bietet sein Programm nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit an und wartet zudem mit einer Auswahl an Sparmöglichkeiten auf. In den nächsten fünf Jahren sollen 10 bis 20 Prozent der insgesamt 10 500 Mitarbeitenden vom Angebot Gebrauch machen, so die Swiss Re. Kostenpunkt: ein hoher einstelliger Millionenbetrag.
Das Programm ist aber kein wohltätiger Akt, wie der Verantwortliche Ivo Menzinger klarstellt: «Die Folgen des Klimawandels sind für die Swiss Re von strategischer Bedeutung.» Menzinger ist bei der Swiss Re für den Bereich Nachhaltigkeit und Risikomanagement verantwortlich, muss also die Gefahren des Klimawandels für den Konzern und die Wirtschaft abschätzen. Denn für den grössten Rückversicherer der Welt gehts beim Klimawandel vor allem ums Geschäft: Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürreperioden und Erdrutsche belasten sein Budget. Hilft er der Umwelt, hilft er sich selbst.
Ausserdem profitiert er vom grünen Image. Es macht die Swiss Re «zum geschätzten Experten», wenn Regierungen über die Massnahmen im Kampf gegen den Klimawandel diskutieren. «Und das erlaubt uns, unsere Argumente an vorderster Front einzubringen», erklärt Menzinger. Die Swiss Re ist dabei, wenn Staaten darüber entscheiden, was in Zukunft mit den Treibhausgasen passieren soll.
Dass der Konzern gerade jetzt mehrere Millionen in ein CO2-Sparprogramm für Mitarbeitende stecken will, erstaunt auf den ersten Blick. Immerhin hat die Swiss Re erst vor wenigen Monaten angekündigt, weltweit 10 Prozent der Stellen zu streichen. «Der Stellenabbau und das CO2-Programm sind zwei Seiten derselben Medaille», argumentiert Menzinger. Damit die Firma langfristig erfolgreich sei, müsse man strategische Risiken wie den Klimawandel erfolgreich managen und als Konzern effizient operieren.
Mit ihren Massnahmen steht die Swiss Re allein auf weiter Flur, wie eine Kurzumfrage ergab. Viele Schweizer Unternehmen engagieren sich zwar im Bereich Klimaschutz. Sie kümmern sich aber «vor allem um ihre eigene CO2-Bilanz und nicht um die ihrer Mitarbeitenden», wie es Credit Suisse formuliert. Roche hat zwar dafür gesorgt, dass alle ihre Verkäufer in den USA mit Hybridautos unterwegs sind. In der Schweiz hat der Pharmakonzern aber bisher nicht reagiert.
Viele Unternehmen fördern die Nutzung des öffentlichen Verkehrs mit verbilligten Abos - wie die Zurich oder die ZKB. ABB zahlt allen einen Ökobonus, die mit dem Zug zur Arbeit fahren. Coop hat die gesamte Belegschaft zum Film «An Inconvenient Truth» von Al Gore eingeladen, und Nestlé stellt in Australien jährlich 20 000 Franken zur Verfügung, um Umweltschutzprojekte ihrer Angestellten zu unterstützen.
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