Putin-Vertrauter kauft russischen TV-Sender

13. April 2007, 20:23

Vor den Parlaments- und Präsidentenwahlen im kommenden Winter hat der Kreml seinen Einfluss auf die russische Fernsehlandschaft weiter verstärkt.

Der private Fernsehsender Ren-TV wechselte zu 70 Prozent in den Besitz der Bank Rossija unter der Führung des Vertrauten von Präsident Wladimir Putin, Juri Kowaltschuk. Das berichtete die Moskauer Tageszeitung «Kommersant». Der Miteigentümer RTL Group plane keinen Verkauf seines 30-Prozent-Anteils an dem Sender, schrieb das Blatt weiter. Die Bank Rossija übernahm die Anteile an Ren-TV vom Stahlproduzenten Severstal und dem Ölförderer Surgutneftegas. Die beiden Konzerne waren im Sommer 2005 gemeinsam mit RTL bei Ren-TV eingestiegen.
Journalisten-Protest nach letzten Wechsel
Danach hatten führende Journalisten den Sender bereits aus Protest gegen angebliche Zensurvorgaben verlassen. Bis dahin hatte Ren-TV als letzter Hort freier Berichterstattung in der russischen Fernsehlandschaft gegolten.

Nach dem Einstieg der Bank Rossija wird erwartet, dass der Sender sich noch stärker am Kreml ausrichtet. Ren-TV hat derzeit einen landesweiten Marktanteil von 5,2 Prozent. Die drei grössten Fernsehsender des Landes, ORT, Rossija und NTW, werden seit Jahren vom Kreml direkt oder über staatsnahe Unternehmen kontrolliert.

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