Wirtschaft
Sunrise baut 140 Jobs ab
12. Juni 2007, 12:21Sättigung und daraus entstehender Kostendruck in der Branche veranlassen den Schweizer Telekomkonzern Sunrise 140 Vollzeitstellen abzubauen - rund 6 Prozent der Belegschaft.
Umfassender Sozialplan
Mit der Gewerkschaft Kommunikation und der Personalvertretung wurde ein umfassender Sozialplan erarbeitet, um Entlassungen möglichst zu vermeiden, wie die Gewerkschaft Kommunikation mitteilte. Sie bedauerte zwar den erneuten Stellenabbau, hielt in der Mitteilung aber fest, dass der Sozialplan den Betroffenen echte Chancen auf rasche berufliche Neuorientierung biete, während sie vorübergehend bei sunrise angestellt blieben. Gut 80 Prozent der vor knapp einem Jahr vom Abbau von 145 Sunrise-Stellen Betroffenen hätten sehr rasch eine neue berufliche Perspektive gefunden.Wer vom Stellenabbau betroffen ist, wird freigestellt und erhält bei der Arbeitssuche Unterstützung durch eine spezialisierte Firma. Diese Hilfe zur Neuorientierung erfolgt laut Mitteilung bei vollem Lohn und dauert je nach Alter, Funktion und Anstellungsdauer bis zu 15 Monate.
Wer über 57 Jahre alt ist erhält zusätzliche Unterstützungsleistungen, die sich - wo nötig - über eine Zeitdauer von bis zu fünf Jahren erstrecken. Der Sozialplan sieht zudem die Möglichkeit von frühzeitigen Pensionierungen ab 62 Jahren vor. Der Sozialplan wurde mit der Gewerkschaft Kommunikation erarbeitet.
Kostendruck wird weiter zunehmen
Sunrise begründete den Stellenabbau mit dem hohen Preisdruck in der Telekommunikationsbranche. Der weitgehend gesättigte Markt sei ausserordentlich umkämpft. Der Kostendruck werde daher weiter steigen und die Unternehmen zur Steigerung der Effizienz zwingen, hiess es weiter.Sunrise hat in den vergangenen zwölf Monaten in der Schweiz 160 Stellen abgebaut. Dadurch konnte der Gewinn im ersten Quartal 2007 trotz sinkendem Umsatz um 7,1 Prozent auf 45 Millionen Franken erhöht werden. Dank einmaliger Einnahmen von 197 Millionen Franken steigerte Sunrise 2006 den Gewinn auf 410 Millionen Franken.
Sunrise hob hervor, sie tätige nach wie vor gewichtige Investitionen in die Infrastruktur der Schweiz und bleibe eine attraktive Arbeitgeberin. Bisher seien rund vier Milliarden Franken in der Schweiz investiert und letztes Jahr 352 zusätzliche Beschäftigte angestellt worden. Sunrise erhöhe dieses Jahr die Zahl der Lehrlinge auf 70 und werde ab nächstem Jahr auch in der Westschweiz Lehrstellen anbieten, so das Unternehmung.
Eine Branche unter Druck
Der Abbau von Stellen in der Schweizer Telekombranche findet seit Jahren kontinuierlich statt. Kaum ein Jahr vergeht, ohne dass die drei Branchengrössen Swisscom, Sunrise und Orange Dutzende Stellen streichen.Im Januar 2006 hatte auch Orange als drittgrösste Telekomfirma der Schweiz den Abbau von rund 100 Stellen bekannt gegeben. Inzwischen erwägt Orange die Auslagerung der Netzverwaltung. Betroffen davon wären 400 Angestellte der Schweizer Tochter von France Télécom.
Auch der führende Telekomkonzern Swisscom hat in den vergangenen Jahren stetig Stellen abgebaut. Bei der Swisscom werden laut neusten Angaben auch künftig jährlich 3 bis 5 Prozent der Stellen gestrichen. Beim gegenwärtigen Bestand von rund 16 500 Mitarbeitenden sind dies zwischen 500 und 800 Stellen. Positiv für die Betroffenen ist, dass bei den Telekom-Konzernen in der Regel ein guter Sozialplan vorliegt.
Anpassungen bei der Organisation
Dass der Stellenabbau zur Effizienzsteigerung allein nicht genügt, hat die Branche erkannt und passt darum ihre Organisation verstärkt den Kundenbedürfnissen an. Mitte Januar kündigte Sunrise die Auflösung der bisherigen Gliederung nach Festnetz, Internet und Mobilfunk an. Neu würden die zwei Geschäftsbereiche Privat- und Geschäftskunden geschaffen. Vor drei Wochen gab auch Swisscom bekannt, dass an Stelle der bisherigen Gruppengesellschaften Fixnet, Mobile und Solutions neu die Geschäftsbereiche Privatkunden, Kleine & Mittlere Unternehmen und Grossunternehmen treten werden.Wirtschaft
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