Wirtschaft
Georg von Opel redet Jelmoli schlecht
29. Oktober 2007, 19:21 Von Andreas FlütschAussagen des Mehrheitsbesitzers haben die Aktien von Jelmoli abstürzen lassen.
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- Börsenkurs Jelmoli
Georg von Opel hat übers Wochenende ganze Arbeit geleistet, um aus der Jelmoli-Aktie noch das letzte Quäntchen von Fantasie entweichen zu lassen. Entsprechend böse stürzten die Titel am Montag ab. Die Inhaber brachen zeitweise über 6 Prozent, die Namen gar über 7 Prozent ein. Die Inhaber-Aktie etwa, die im Sommer bis zu 4500 Franken wert war, fiel unter die Marke von 3000 Franken.
Normalerweise tun Mehrheitsaktionäre alles, um den Kurs ihrer Unternehmen zu stützen. Nicht so von Opel, der Jelmoli mit 54 Prozent der Stimmen kontrolliert.
Nein, die Immobilien stünden nach dem dem gescheiterten Deal mit Israelis nicht mehr zum Verkauf, sagte er am Samstag in einem Interview. Nein, es gebe keine Sonderdividende an die Aktionäre. Nein, die Immmobilien-Sparte könne man nicht getrennt an die Börse bringen.
«Es sieht ganz danach aus, als wollte Georg von Opel mit seinen Aussagen den freien Aktionären ihr Engagement in Jelmoli noch ganz verleiden», sagt der Vertreter eines Grossaktionärs.
Von Opels Kalkül scheint zu sein: Je klarer er den Minderheitsaktionären die 78 Prozent des Kapitals und damit des Risikos bei Jelmoli tragen durchgibt, dass sie gar nichts zu erwarten haben, desto mehr von ihnen kann er zum Ausstieg bewegen. Und: Je mehr Jelmoli an der Börse fällt, desto billiger kann er seine Mehrheit ausbauen. Die Namenaktien, die bei gleichem Stimmrecht nur einen Fünftel der Inhaber kosten, fielen deutlich unter 600 Franken.
Tivona will ganz viele Jelmoli-Aktien
Ob die Rechnung am Schluss aufgeht, ist offen. Von Opel hat die Minderheitsaktionäre gegen sich. Und der Autodynastie-Spross hat noch an einer anderen Front Gegenwind. Ein Schiedsgericht hat Jelmoli im Juni dazu verdonnert, die Basler Immobiliengruppe Tivona ganz zu übernehmen. Jelmoli muss den Kauf mit eigenen Aktien zahlen, und dies bei den Inhabern etwa zu einem Kurs von rund 1000 Franken. Offen ist derzeit noch, welchen Wert ein Gutachter den Aktien von Tivona beimessen wird. Jelmoli kann das Verfahren zwar noch vor Bundesgericht ziehen. Aber jetzt ist schon absehbar: Jelmoli wird ganz viele eigene Aktien auftreiben müssen.
Marktkenner fragen sich nun, woher von Opel die vielen Jelmoli-Titel für die Verkäufer von Tivona hernehmen will ohne dass er Gefahr läuft, seine Stimmenmehrheit zu verlieren. Einzelne argwöhnen, von Opel drücke den Kurs, um Tivona möglichst kostengünstig abfinden zu können.
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