Wirtschaft

Immer mehr Private gehen in Konkurs

29. November 2007, 11:11

Schweizerinnen und Schweizer sind allein über Konsumkredite und Leasingverträge mit 14 Milliarden Franken verschuldet. Die Zahl der Privatkonkurse hat einen Rekord erreicht.

Noch nie sind in der Schweiz so viele Menschen in den Konkurs gerutscht wie im Jahr 2007. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet mit einem Rekordwert von 6300 Konkursen.

Damit wird der bisherige Höchstwert aus dem Jahre 1994 deutlich übertroffen. Damals meldeten 6162 Privatpersonen den Konkurs an. Gegenüber dem Jahr 2006 wird eine Zunahme von knapp 8 Prozent resultieren, teilte die Creditreform am Donnerstag mit.

Creditreform führt die drastische Zunahme bei den Privatkonkursen indirekt auf einen zunehmend sorglosen Umgang mit fremdem Geld zurück. Eine Überschuldung könne mittelfristig zum Kollaps führen, wenn zusätzlich andere Faktoren erschwerend auf die finanzielle Situation einwirkten, heisst es.

Werbung für Konsumkredite verdoppelt

Und den Konsumentinnen und Konsumenten wird das Leben auf Pump schmackhaft gemacht. Gemäss dem Marktforschungsunternehmen Media Focus wurden die Leistungen für Kommunikation für Konsumkredite und Leasing im Jahr 2005 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.

Gleichzeitig ist das Volumen der Konsumkredite und Leasingverträge um 3,4 Prozent auf 13,9 Milliarden Franken gestiegen, wie die Zentralstelle für Kreditinformationen ZEK errechnet hat. 2006 schwoll das Volumen auf 14,15 Milliarden Franken an.

Werktätige besonders betroffen

Anfällig für den Konkurs sind vorab Leute zwischen 26 und 60 Jahre, heisst es bei der Creditreform. Mit 49,2 Prozent macht diese Alterskategorie fast die Hälfte aller Konkurse aus, die 26- bis 40-Jährigen machen einen Anteil von 39 Prozent aus. Die über Sechzigährigen kommen auf 5,8 Prozent.

Weniger stark von Konkurs betroffen ist die Alterskategorie bis 25 Jahre mit einem Anteil 3 Prozent – sie werden oftmals finanziell noch von den Eltern unterstützt. Das zunehmende Alter der «Handy-Generation» wecke aber die Befürchtung, dass der Umgang mit fremdem Geld noch sorgloser wird.

Der Anteil derjenigen Personen, über welche nach deren Tod der Konkurs eröffnet wird, sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, heisst es. 2007 wurden bei 60 Prozent der Todesfälle nachträglich der Konkurs eröffnet. Das deute darauf hin, dass die Sozialwerke unter gewissen Umständen an ihre Grenzen stossen, heisst es.

Weniger Firmenkonkurse

Bei den Firmen setzt sich die positive Entwicklung dagegen fort. Die Zahl der Konkurse von Firmen wird im laufenden Jahr weiter zurückgehen. Creditreform erwartet, dass bis Ende Jahr rund 4400 Firmen Pleite gehen. Damit wird der tiefste Wert seit 2004 und ein weiterer Rückgang in Folge erreicht. Die Aussichten für die Zukunft bleiben positiv.

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