UBS verweigert TV-Liveübertragung

05. Februar 2008, 17:12

Das Schweizer Fernsehen darf trotz grossem öffentlichen Interesse die ausserordentliche Generalversammlung der UBS nicht live übertragen.

Die UBS hat eine Anfrage von SF abschlägig beantwortet, gab SF-Chefredaktor Ueli Haldimann heute bekannt. Zur Begründung hiess es laut Haldimann, bei einer TV-Übertragung würden mehr Leute ans Mikrofon drängen, um am Fernsehen zu kommen.

Aktionärsanlass und Glaubwürdigkeit

Ein UBS-Sprecher sagte auf Anfrage, diese Überlegung könne bei der Absage durchaus mitgespielt haben. Man sei sich zwar des öffentlichen Interesses an der UBS-GV vom 27. Februar in Basel bewusst, doch handle es sich in erster Linie um einen Aktionärsanlass. Haldimann findet die Absage nach eigenen Worten kleinlich und falsch: «Für die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Bank wäre Transparenz sicher gut.»

An der GV geht es vor allem um eine Kapitalerhöhung um 13 Milliarden Franken durch eine Pflichtwandelanleihe, die vom Staatsfonds GIC von Singapur und einem namentlich nicht bekannten Investor aus Nahost gezeichnet werden soll. Die bisherigen Aktionäre werden von der Kapitalerhöhung ausgeschlossen. Die Finanzspritze für die UBS steht vor dem Hintergrund von Abschreibungen im Betrag von mehr als 21 Milliarden Franken wegen der US-Hypothekenkrise.

Zudem hat die UBS letzte Woche den ersten Verlust ihrer zehnjährigen Geschichte in Aussicht gestellt, und zwar im Ausmass von 4,4 Milliarden Franken.

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