Informant von britischen Fahndern bezahlt

24. Februar 2008, 16:03

Die Steueraffäre zieht immer weitere Kreise: Auch britische Fahnder sollen sich durch einen bezahlten Informanten in Liechtenstein Bankdetails von Steuerflüchtlingen beschafft haben.

Nach Angaben der «Sunday Times» handelt es sich um denselben Mann, der dem Bundesnachrichtendienst (BND) Daten aus der LGT-Bank für 4 bis 5 Millionen Euro verkauft haben soll. Der Mann soll bereits 2004 im Fürstentum wegen Datendiebstahls vor Gericht gestanden haben.

Britische Steuerfahnder hätten dem Informanten 100'000 Pfund (213'000 Franken) für Liechtensteiner Konto-Details von bis zu 100 Staatsbürgern des Vereinigten Königreichs gezahlt. Die britischen Behörden würden es «als einen Coup» feiern, dass die Beschaffung solcher bislang unerreichbarer Daten gelungen sei.

«Es wird jetzt viele verängstigte Leute geben, die dachten, Liechtenstein sei sicher», zitierte die Zeitung eine nicht näher bezeichnete Quelle in Londons Finanzdistrikt.

Der Informant des britischen Finanzamtes hat nach Angaben der «Sunday Times» auch den USA, Kanada, Australien und Frankreich entwendete Liechtensteiner Bankdaten angeboten. In Grossbritannien steht auf Steuerhinterziehung eine Geldstrafe in Höhe von 100 Prozent der unterschlagenen Summen sowie im Falle des Nachweises von Betrug eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren.

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