Wirtschaft
Pesenti gibt Hoffnung nicht auf
10. März 2008, 14:03Die Tessiner Regierungspräsidentin Patrizia Pesenti hofft noch immer auf die Rettung der Arbeitsplätze von SBB Cargo und auf ein Gespräch mit der SBB-Spitze.
Am kommenden Mittwoch will die SP-Politikerin Pesenti die SBB-Führung bei einem weiteren Gespräch mit wirtschaftlichen Argumenten überzeugen, dass Bellinzona als Standort ebenso gut sei wie Yverdon. Die Verlagerung der Arbeitsplätze nach Yverdon sei sehr schlimm für den ganzen Kanton, sagte Pesenti im «Tagesgespräch» von Radio DRS. Die Ankündigung habe eine Welle der Solidarität ausgelöst. Der Kanton sei in der Vergangenheit stark betroffen gewesen von Stellenabbau. Jetzt, wo sogar ein Regiebetrieb des Bundes Stellen abbaue, hätten die Menschen grosse Angst.
Der Entscheid der SBB, so Pesenti weiter, habe auch die Tessiner Regierung völlig überrascht. Noch vor einem Jahr hätten die SBB eine Investition in der Höhe von 30 Millionen Franken versprochen. «Wir waren vielleicht zu naiv. Aber wenn die SBB eine solche Investition verspricht, hat man keinen Grund, daran zu zweifeln. Wir sind enttäuscht», sagte sie.
Hoffnung auf Unterstützung fürs Tessin
Pesenti hofft auch auf eine gesamtschweizerische Solidarität mit dem Tessin. «Wir haben das Gefühl, ständig benachteiligt zu werden», sagte sie. Die Tessiner Regierung will nun von den SBB wissen, warum die Verlegung der Arbeitsplätze nach Yverdon wirklich günstiger ist. Die SBB müssten auch erklären, warum jener Teil, der privatisiert werden soll, Gewinn abwerfen soll und die SBB selbst nicht Gewinn bringend arbeiten könnten.
«Wir denken, was Yverdon kann, kann Bellinzona sicher mindestens ebenso gut», sagte Pesenti. Bellinzona stehe für die Gotthardachse; bald werde der Alptransit eröffnet und der Ort werde weiter an Bedeutung gewinnen. Die Regierungspräsendin machte auch klar, dass sie allfällige Aktionen wie etwa die Sperrung der Gotthardlinie nicht mittragen würde. «Mit solchen Aktionen könnten wir nicht einverstanden sein», sagte sie.
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