UBS will 8000 Stellen streichen

16. März 2008, 18:33 – Von Bruno Schletti

Der Konzernchef soll an einem Kadertreffen laut über einen Strategiewechsel und einen Stellenabbau nachgedacht haben. Die Bank dementiert vage.

Bestätigt ist nur, dass Marcel Rohner am Donnerstag in Berlin vor Kaderleuten eine Standortbestimmung vorgenommen hat. Was er genau sagte – darüber gehen die Aussagen auseinander. Stimmt das, was die «Sonntags-Zeitung» gestern berichtete, sind vor allem zwei Äusserungen Rohners von einiger Brisanz.

Zum Ersten habe er das Kader aufgefordert, bis April Vorschläge einzureichen, um die Effizienz der Bank zu erhöhen. Das Ziel sei es, je nach Bereich zwischen 5 und 10 Prozent der Stellen zu streichen. Bei der heutigen Stellenzahl von rund 80’000 wären das 4000 bis 8000 Arbeitsplätze, die eliminiert würden. Im Investmentbanking hat die Bank bereits 1500 Stellen abgebaut.

Zum Zweiten habe Rohner zwar einmal mehr betont, er wolle an der bisherigen Strategie festhalten. Auch Präsident Marcel Ospel hat eine Strategieänderung bisher kategorisch ausgeschlossen. In Berlin habe Rohner nun aber erstmals angedeutet, dass man im Sinne einer Alternativstrategie auch über eine Aufspaltung von Vermögensverwaltung und Investmentbanking nachdenken müsse.

UBS-Sprecher Axel Langer bestätigte gestern zwar, dass das Kadermeeting in Berlin stattgefunden hatte. Nicht richtig seien aber die Äusserungen Rohners, wie sie die «Sonntags-Zeitung» wiedergegeben habe. «So hat er es nicht gesagt.» Definitiv nicht richtig sei, dass Rohner Aussagen über eine Strategieänderung gemacht habe. «Die Strategie steht nicht zur Debatte. Es steht auch kein Unternehmensteil zum Verkauf.»

Auch zum Abbau von bis zu 8000 Stellen sagte Langer: «Das kann ich nicht bestätigen. So ist es nicht gesagt worden.» Der Sprecher räumte nur ein, dass in Berlin über das Thema Effizienz und Kostenmanagement gesprochen worden sei. Mögliche Massnahmen seien die Optimierung interner Prozesse, das Vermeiden von Doppelspurigkeiten, das Überprüfen von externen Kosten oder das Verschieben von Projekten – Aufgaben, die ohnehin zum täglichen Geschäft eines jeden Managements gehörten. Eine Überprüfung von Stellen sei natürlich ein Thema, fügte Langer bei. Es gebe aber keine Initiativen, Programme oder Vorgaben in diese Richtung.

Langer wischte auch alle Spekulationen über ein Anwachsen von riskanten oder illiquiden Positionen bei der UBS vom Tisch. In Berlin seien keine neuen Bilanzpositionen dieser Art offengelegt worden. Zur Frage einer zweiten anstehenden Kapitalerhöhung meinte der Sprecher: «Wir machen keine Spekulationen über weitere Kapitalmassnahmen.»

Entgegen den Aussagen der UBS-Medienstelle sind jene der «Sonntags-Zeitung» sehr präzise. Der Autor des Artikels stützt sich auf die Aussagen eines UBS-Kadermanns, der persönlich am Treffen in Berlin teilgenommen hat.

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