Wirtschaft
Pensionskassen verloren über 30 Milliarden
19. März 2008, 22:50 Von Erich SolenthalerSchweizer Pensionskassen verloren wegen der turbulenten Finanzmärkte in diesem Jahr rund 5 bis 10 Prozent ihres Vermögens, je nach dem, wie stark sie die Aktien gewichtet haben.
Bei einem mutmasslichen Kapitalstock von 630 Milliarden Franken haben sich damit über 30 Milliarden Franken in Luft aufgelöst. Dieser Schätzung liegen die BVG-Indizes der Privatbank Pictet zu Grunde, die erfahrungsgemäss die Performance der Pensionskassen recht genau wiedergeben.
Die Schwankungsreserven der Vorsorge-Einrichtungen haben dem Sturm bisher standgehalten, denn der durchschnittliche Deckungsgrad aller Vorsorge-Einrichtungen dürfte sich gemäss Schätzung des TA in diesen Tagen auf etwa 107 Prozent belaufen, gegenüber 115 Prozent im Dezember 2006.
Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die unterschiedliche Grösse der Pensionskassen mitberücksichtigt. Da zahlreiche grosse Einrichtungen einen tiefen Deckungsgrad aufweisen, ist die kapitalgewichtete Kennziffer auf etwa 100 Prozent zurückgefallen.
Damit wäre das Vorsorgesystem als Ganzes gerade noch ausreichend finanziert, aber verletzlich gegenüber weiteren Rückschlägen an den Börsen. Insbesondere die öffentlich-rechtlichen Kassen befinden sich bereits in einer kritischen Situation. Ihr Deckungsgrad hat sich auf geschätzte 95 Prozent reduziert.
Der Deckungsgrad gibt in Prozent das Verhältnis von Vermögen und versprochenen Leistungen an. Die meisten Pensionskassen streben einen Deckungsgrad von mindestens 115 Prozent an.
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