Wirtschaft

«Dann gibts nichts mehr zu essen»

23. März 2008, 14:09

Nestlé-Chef Peter Brabeck warnt angesichts geplanter Subventionen für die Produktion von Biotreibstoff vor verheerenden Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion.

Peter Brabeck.
Peter Brabeck.

«Wenn man 20 Prozent des steigenden Erdölbedarfs mit Biotreibstoffen decken will, wie das geplant ist, dann gibt's nichts mehr zu essen», warnt Brabeck in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Unverantwortlich und moralisch inakzeptabel

Es sei unverantwortlich und moralisch inakzeptabel, dass man enorme Subventionen zahle, um aus Lebensmitteln Biotreibstoff zu machen. «Das ist politischer Wahnsinn», sagte der Chef des Waadtländer Nahrungsmittelmultis.

Die USA verwendeten dieses Jahr 138 Millionen Tonnen Mais nur für Biotreibstoff. Diese Menge fehle für die Lebensmittelproduktion und treibe nicht nur den Preis für Mais, sondern auch jener für Soja und Weizen, erläuterte Brabeck.

Auch Wasser wird knapp

Landwirtschaftlicher Boden werde zum knappen Gut. «Ebenso Wasser, das uns auszugehen droht.» Um 1 Liter Bioethanol zu produzieren, brauche es 4000 Liter Wasser.

Preistreibend wirkten neben der steigenden Nahrungsmittelnachfrage aus Asien auch Hedge Funds, die sich zunehmend von den Finanzmärkten in die Rohwarenmärkte verlagerten. «Bei verschiedenen Rohwaren sehen wir heute schon Anzeichen einer Blase, zum Beispiel bei Kaffee oder Kakao, da liegen die Notierungen weit über dem fundamental gerechtfertigten Preis», sagte Brabeck. Der Weizen werde jedoch teuer bleiben.

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