Reisknappheit: Migros erhöht Preise
25. April 2008, 13:33Die weltweite Reisknappheit hat die Schweiz erreicht: Die Migros plant ab nächster Woche eine Preiserhöhung um bis zu 20 Prozent. Hamsterkäufe wie in den USA gibt es hierzulande noch nicht.
-
Dossier
- Hungerkrise
Wie Migros-Sprecherin Monika Weibel zu einem Bericht von Radio 24 bestätigt, wird Reis beim grössten Detailhändler der Schweiz bereits ab nächster Woche bis zu 20 Prozent teurer sein: «Die Migros wird ab Anfang Mai die Preise laufend anpassen - je nach Reissorte zwischen zehn bis 20 Prozent», sagte Weibel auf Anfrage der AP.
Indien stoppt Export
Die Preiserhöhungen stehen im Zusammenhang mit der weltweiten Reisknappheit. Reis werde an der Börse eingekauft; die steigenden Preise hätten einerseits mit Knappheit, aber auch mit Spekulationen zu tun, erklärte Weibel. Indien als einer der grössten Reisproduzenten der Welt habe den Export vorübergehend gar eingestellt.
Die Migros sucht deshalb neben Asien auch nach anderen Märkten, vor allem in Lateinamerika, in Uruguay, etwa. Zudem bezieht die Migros Reis auch aus Europa, so aus Spanien und Italien. Die Reislager seien noch bis im Herbst gefüllt: «Es gibt keine Engpässe bei keiner Sorte», versicherte Weibel.
Leere Regale in den USA
Anders in den USA: Dort sind Reis und Teigwaren bereits rationalisiert worden. In einigen Supermärkten wie Wal-Mart blieben die Regale für Reis und Teigwaren leer. In der Schweiz gab es bisher weder bei Migros noch Coop oder Denner Hamsterkäufe, wie eine AP-Umfrage zeigte. Ob dies so bleibt, wenn die Preise weiter steigen, ist allerdings nicht sicher.
Je nach Sorte wird das Kilogramm Reis bei dem angekündigten Aufschlag zwischen zehn bis 40 Rappen mehr kosten. Das Kilogramm Carolina Paraboiled-Reis, das bei der Migros in den nächsten Tagen noch zwei Franken kostet, wird also auf 2.10 Franken bis 2.20 Franken aufschlagen, das Kilogramm Basmati-Reis von 3.55 Franken auf maximal 3.90 Franken. Beim Carnaroli-Risotto macht die Preisanpassung bei einem Kilopreis von vier Franken gar 40 Rappen aus.
Coop und Denner warten zu
Möglich auch, dass die weltweite Lebensmittelkrise auch andere Produkte einholen wird. Teigwaren beispielsweise haben bei der Migros bereits Anfang Jahr aufgeschlagen. Weitere Aufschläge seien nicht ausgeschlossen.
Coop will die steigenden Lebensmittelpreise vorderhand nicht auf die Kunden überwälzen. «Wir versuchen wie immer, die Rohstoff-Erhöhungen solange wie möglich selber zu tragen», sagte Coop-Mediensprecher Takashi Sugimoto auf Anfrage. Wenn die Krise aber länger anhalte, werde auch Coop nicht um Preiserhöhungen herumkommen. Bei Denner hiess es auf Anfrage, der normale Bedarf sei abgedeckt. Es seien keine Preisaufschläge vorgesehen.
Wirtschaft
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
Kolumnen & Kommentare
Die Frage
Sagen Sie es nicht! Tabusätze in der Beziehung
PublireportageSerie «Die Euro-Krise»
Die Top-Themen im 
Body Coach
-
Der BodyCoach hilft Ihnen, gesund und nachhaltig abzunehmen. Er stellt einen individuellen Ernährungsplan zusammen, erstellt Einkaufslisten, schlägt Rezepte vor und unterstützt Sie beim Training.












