Wirtschaft
Mit sicheren UBS-Fonds Millionen verloren
27. April 2008, 21:55 Von Erich SolenthalerKonservative Sparer haben mit Absolute-Return-Fonds der UBS Hunderte von Millionen Franken verloren. Die Bank lehnt jegliche Verantwortung ab.
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Über 2,5 Milliarden hatten Sparer der UBS anvertraut, um sie in Absolute-Return-Bond-Fonds anzulegen. Diese gelten als besonders sicher. Diese Instrumente sollen dem Anleger auch unter widrigen Marktumständen keine oder nur geringe Verluste bescheren. «Dank sorgfältigem Risikomanagement bleiben die Verlustrisiken überschaubar», heisst es denn auch in der Werbung der UBS.
Dennoch haben die in verschiedenen Währungen angebotenen Instrumente seit April 2007 zwischen 18 und 24 Prozent eingebüsst. Der Grund: Die Fonds hatten beträchtliche Summen in Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere investiert, die wegen der US-Immobilienkrise unter Druck geraten waren.
Muss man als konservativ anlegender Investor so hohe Verluste tragen? Ja, findet die UBS. «Eine Grundlage für Schadenersatzforderungen ist grundsätzlich nicht gegeben», sagt Sprecherin Tatjana Domke. Eine Entschädigung werde dann bezahlt, wenn im Einzelfall die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt seien. «In der Strukturierung, im Asset Management und im Vertrieb ist dies nicht der Fall.»
Anderer Meinung ist Fondsanalyst Dominik Irniger von der Zürcher Kantonalbank: Bei Absolute-Return-Fonds müsse mit Verlusten von maximal 3 Prozent gerechnet werden, erklärt er. Die weit über dieser Schmerzgrenze liegenden Einbussen der UBS-Fonds müsse man als Anleger nicht akzeptieren. Irniger stützt sich dabei auf Grundsätze, die in Fachkreisen allgemein anerkannt sind. Die Fonds hätten in einem Umfang Marktrisiken übernommen, die nicht zum ursprünglichen Prinzip der Absolute-Return-Fonds passten.
Bankenombudsmann untersucht
Bei Bankenombudsman Hanspeter Häni sind diverse Beschwerden dazu eingegangen. Er untersucht nun, ob die UBS ihre Kunden angemessen beraten und genügend über die Risiken aufgeklärt hat.
Anteile an den UBS-Absolute-Return-Fonds halten viele ehemalige Selbständigerwerbende ohne Pensionskasse. In einzelnen Fällen haben sie sechsstellige Beträge und beinahe die Hälfte des Vermögens in diese Instrumente investiert, wie der TA aus Leserzuschriften weiss. Verschiedene Kunden haben die UBS bereits um eine Kompensation gebeten.
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