Wirtschaft

Weko schluckt Bier-Deal nicht einfach so

30. Mai 2008, 11:35

Mit der geplanten Übernahme von Eichhof durch Heineken könnten zwei Bier-Konzerne – Heineken und Carlsberg – den Schweizer Markt beherrschen. Die Wettbewerbshüter nehmen den Deal genauer unter die Lupe.

Zwei Grosse im Schweizer Markt unter einem Dach: Noch ist die Sache nicht gelaufen.
Keystone Zwei Grosse im Schweizer Markt unter einem Dach: Noch ist die Sache nicht gelaufen.

Zur Begründung einer vertieften Prüfung durch die Wettbewerbskommission heisst es unter anderem, der Zusammenschluss eröffne die Möglichkeit für eine kollektive Marktbeherrschung. Diese allfällige gemeinsame Marktbeherrschung bestehe zwischen der neuen Brauereigruppe Heineken/Eichhof und der grössten schweizerischen Brauereigruppe Carlsberg/Feldschlösschen.

Kritisch vor allem im Gastrobereich

Mit der Übernahme der Getränkesparte von Eichhof schliesse die Heineken-Gruppe, zu der auch Calanda und Haldengut gehören, zu Carlsberg/Feldschlösschen auf. Diese Angleichung sei vor allem für alkoholisches und alkoholfreies Bier im Bereich der Gastronomie kritisch. Diesen Bereich teilten sich Heineken/Eichhof und Carlsberg/Feldschlösschen nahezu, weshalb es Anhaltspunkte für eine gemeinsame Marktbeherrschung gebe. Die vertiefte Prüfung des Zusammenschlusses soll Fragen zu Stabilität und Nachhaltigkeit einer allfälligen kollektiven Marktbeherrschung eingehender abklären. Sie dauert längstens vier Monate.

Eichhof nimmt Weko-Entscheid zur Kenntnis

«Wir haben von Anfang an gewusst, dass es zwei Szenarien gibt, ein längeres und ein kürzeres», sagte Eichhof Mediensprecherin Franziska Weissen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA zum Weko-Entscheid. Dass nun das längere Prüfungs-Szenario zum Zuge kommt, nehme Eichhof zur Kenntnis. Ein kürzeres Verfahren hätte lediglich einen Monat beansprucht. Die Generalversammlung führt Eichhof aber auch nach diesem Entscheid wie geplant am 23. Juni durch.

Der niederländische Grosskonzern will für den Getränkebereich der Luzerner Eichhof-Gruppe, wie berichtet, 278,5 Millionen Franken zahlen. Den Aktionären winkt eine attraktive Prämie. Heineken stellt folgende Bedingungen: Die Gründung der neuen Eichhof Getränke Holding AG ist von einer ausserordentlichen Generalversammlung am kommenden 18. Juni zu genehmigen. Heineken müssen mindestens 66,67 Prozent des Aktienkapitals angedient werden. Zudem muss die Weko zustimmen.

Mit der Übernahme will Heineken seine Stellung im Schweizer Markt deutlich ausbauen und seine Position als Nummer 2 in der Schweiz festigen. Heineken hat Eichhof Zusicherungen für den Standort Luzern, die Marke Eichhof und gewisse Mitarbeitende gemacht.

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