Wirtschaft
Run auf Versicherungen nach Bührle-Raub
04. Juni 2008, 14:05Seit dem spektakulären Kunstraub in der Bührle-Stiftung in Zürich ist die Nachfrage nach privaten Kunstversicherungen deutlich gestiegen.
Allianz Suisse verzeichnet ein massives Wachstum im laufenden Jahr. Das Wachstum bis Anfang Juni betrage verglichen mit dem Vorjahr rund 30 Prozent, teilte das Unternehmen heute mit.
Das Produkt «Art Privat» habe das Wachstumsziel für das Gesamtjahr bereits erreicht, wird der Kunstsachverständige Oliver Class zitiert. Er führt dies vor allem auf die erhöhte Sensibilität der privaten Kunstsammler nach dem Millionenraub in Zürich zurück.
Wenige Werke ausreichend versichert
Laut Class sind immer noch nur zehn bis 15 Prozent der privaten Kunstwerke überhaupt ausreichend versichert. Er geht davon aus, dass auch technische Sicherheitsaspekte bei mittleren und kleineren Kunstsammlungen in Zukunft eine grössere Rolle spielen.
Die Allianz Suisse werde künftig verstärkt auf eine fundierte kunsthistorische Expertise setzen, um Deckungslücken bei der Bewertung der Kunstgegenstände zu erkennen und zu schliessen. Im Visier hat die Versicherung dabei vor allem Kunstsammlungen von Privatpersonen und Firmen.
Gesamtwert bei über 650 Millionen
Allianz Suisse ist nach eigenen Angaben seit rund drei Jahren mit dem Versicherungsprodukt «Art Privat» auf dem Markt und hat seither den Gesamtwert der privat versicherten Kunstwerke von rund 200 Millionen auf über 650 Millionen Franken gesteigert.
In den kommenden drei Jahren erwartet der Konzern eine Verdoppelung des Geschäftsvolumens in diesem Bereich. Trotz Finanzmarktkrise und hohen Energiepreisen boomt der Kunstmarkt nach wie vor und mit ihm der Markt der privaten Kunstversicherungen.
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