Wirtschaft

Reiselust nach Euro-Frust

23. Juni 2008, 15:17

Nach langer Schlechtwetterperiode und dem Ausscheiden der Schweizer Nati an der EM wollen die Schweizer in die Ferien. Der Renner sind Badeferien und USA-Reisen.

Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP ergab, registrierten die Schweizer Reiseveranstalter in den letzten Tagen eine starke Zunahme an Spätbuchungen für Ferien. Das Sommer-Reisegeschäft sei gut angelaufen, sagte etwa Kuoni-Sprecher Peter Brun. Die Reiseveranstalter hätten sicher vom schlechten Wetter in der ersten Junihälfte und vom Spielverlauf bei der EM profitiert. Die kurzfristigen Buchungen hätten klar angezogen und lägen insgesamt über dem Niveau des Vorjahres, so Brun. «Viele Kunden haben sich wohl gesagt, dass sie die EM auch im schönen und warmen Mallorca verfolgen und dann mit den Spaniern feiern können», sagte Brun.

Die beliebtesten Reiseziele in diesem Sommer sind laut dem Kuoni-Sprecher neben den Balearen die griechischen und kanarischen Inseln sowie Ägypten. Dank dem tiefen Dollar seien im Langstreckenbereich vor allem USA-Reisen gefragt. Besonderen Erfolg mit einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hätten auch die neu lancierten Badeferien- und Pauschalangebote von Helvetic Tours.

Angebote für Fans und Fliehende

Auch bei TUI Suisse liegt der Buchungsstand im Vergleich zur Vorjahresperiode im zweistelligen Prozentbereich im Plus, wie Konzernsprecher Roland Schmid sagte. Im Juni bewege sich der Buchungsstand in etwa auf Vorjahresniveau. Aber auch bei TUI sei aufgefallen, dass es nach einer Schlechtwetterperiode und dem Schweizer Aus an der EM zu einem Anstieg von kurzfristigen Buchungen kam. TUI habe aber bereits zuvor Ferienangebote für Fussballfans lanciert und darauf hingewiesen, dass auch im Ausland die Spiele übertragen werden, so der Sprecher. Zudem habe TUI Gäste angesprochen, die bewusst dem Rummel entfliehen wollten.

Deutlich positive Buchungszahlen verzeichnete der Konzern gemäss Schmid für die Balearen und die Kanarischen Inseln, für Griechenland, Zypern, Ägypten, Tunesien und die Türkei. In Übersee hätten vor allem die Individualreisen nach USA, Kanada, in die Karibik und nach Asien überdurchschnittlich zugelegt.

«Ein richtiges USA-Jahr»

Auch Hotelplan beobachtete wie andere Reiseveranstalter eine Häufung von Spätbuchungen nach dem Ausscheiden von Kuhns Team, wie Sprecherin Prisca Huguenin-Dit-Lenoir sagte. Wie bei TUI und Kuoni ist Hotelplan zufrieden mit dem Sommergeschäft. Das Plus im Vergleich zum Vorjahr bewegt sich gemäss der Sprecherin im zweistelligen Prozentbereich. Stark gefragt seien vor allem Ferien in den USA. «Es wird ein richtiges USA-Jahr», sagte Huguenin-Dit-Lenoir. Im Trend lägen nicht nur Städtereisen, sondern auch Ausflüge mit Campern in Nationalpärke. Im Kurzstreckenbereich seien vor allem Städtereisen nach Paris, Barcelona oder Florenz und Badeferien auf den Kanaren, in Ägypten, Griechenland und Kreta gefragt.

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