Autos werden immer stärker

25. November 2005, 10:29

Weit über eine halbe Million Autos sind im Kanton Zürich zugelassen. Bei diesem Fuhrpark ortet das Statistische Amt zwei Trends: Es gibt immer mehr Diesel-Fahrzeuge und der Hubraum der Motoren nimmt stetig zu.

2004 waren im Kanton Zürich 634'000 Autos eingelöst, rund 120'000 oder 24 Prozent mehr als 1990. Im Vergleich dazu ist die Zürcher Bevölkerung deutlich langsamer gewachsen: Um 11 Prozent seit Beginn der Neunzigerjahre. Entsprechend hat sich der Motorisierungsgrad kantonsweit von 444 auf 505 Personenwagen pro 1000 Einwohner erhöht. Das schreibt das Statistische Amt des Kantons Zürich in einer Mitteilung.

Allerdings gibt es grosse regionale Unterschiede. Am meisten motorisiert sind die Menschen im Furttal, im Glattal und im Limmattal. Hier kommen rund 600 Autos auf 1000 Einwohner. In den grossen Städten Zürich und Winterthur dagegen sind nur etwas über 400 Personenwagen auf 1000 Einwohner gemeldet.

Diesel auf dem Vormarsch
Immer mehr Autos - das der erste Trend - haben einen Dieselmotor. 2004 war jeder fünfte Neuwagen ein Selbstzünder, noch 1999 war es erst jeder zwanzigste gewesen. Dieselfahrzeuge haben ihren Anteil an der Autoflotte in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Nach wie vor dominant - mit über 90 Prozent aller Autos - sind allerdings die Benziner. Alternative Antriebskonzepte wie Elektro-, Hybrid- oder Erdgasmotor spielen kaum eine Rolle.

Ein zweiter Trend betrifft den Hubraum: die im Kanton Zürich eingelösten Autos haben immer grössere Motoren. Das kantonale Mittel liegt mittlerweile bei 2036 Kubikzentimeter. Am stärksten motorisiert – mit durchschnittlich 2174 Kubikzentimeter – sind die Personenwagen in der Region Pfannenstiel, am schwächsten diejenigen im Weinland. Interessant ist der Geschlechtervergleich.

Männer fahren laut Statistischem Amt die stärkeren Autos als Frauen: 2004 hatten sie im Schnitt 196 Kubikzentimeter mehr Hubraum unter der Kühlerhaube. Diese geschlechtsspezifische Differenz scheint jedoch rückläufig zu sein, denn 1999 hatte sie noch 340 Kubikzentimeter betragen.

Die «Geräumigen» und die «Starken» legten massiv zu
In den letzten Jahren erlebten zwei Fahrzeugtypen einen wahren Boom: die Grossraumlimousinen, auch Vans genannt, und die grossen, als Sports Utility Vehicles (SUV) bezeichneten Offroader.

Leider kennt die Zürcher Motorfahrzeugstatistik diese Kategorien nicht. Das Statistische Amt unterscheidet deshalb in seiner Studie zwei ähnliche Typen, die sich aufgrund der erfassten Merkmale isolieren lassen, nämlich «Geräumige» und «Starke».

Geräumige Autos sollen dabei die Vans repräsentieren und sind als Personenwagen mit mehr als fünf Sitzplätzen definiert. Die «Starken» hingegen stehen für den als SUV bekannten Fahrzeugtyp und haben einen Hubraum von mehr als 2500 Kubikzentimeter, ein Gesamtgewicht von über 2,5 Tonnen und höchstens fünf Sitzplätze.

In der Tat haben laut Statistik geräumige und starke Autos zwischen 1999 und 2004 massiv zugelegt. Während der gesamte Personenwagenbestand um rund 7,5 Prozent anstieg, erhöhte sich die Zahl der «Geräumigen» um 40,3 und diejenige der «Starken» gar um 73,1 Prozent. Entsprechend haben die Anteile dieser Typen an der Zürcher Autoflotte zugenommen. 2004 waren 6,8 Prozent aller Fahrzeuge den «Geräumigen» und 1,7 Prozent den «Starken» zuzurechnen.

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