Zürich

Der Zoo Zürich macht Druck für die Gondelbahn

19. Januar 2006, 23:16

Nur mit einer Gondelbahn nach Stettbach seien die Verkehrsprobleme des Zoos lösbar, sagt Direktor Alex Rübel.

Von Carmen Roshard

Der Zoo Zürich hat ein Problem - nicht tierischer, sondern verkehrstechnischer Art. Direktor Alex Rübel und Stadtrat Andres Türler, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, informierten gestern auf einer Tramfahrt vom Bellevue zum Zoo. Rübel ist überzeugt, nur mit der projektierten Gondelbahn vom Bahnhof Stettbach direkt in den Zoo lasse sich der Verkehr in den Griff kriegen. Auch Türler ist nach wie vor der Meinung, dass die Seilbahn «machbar, bezahlbar und umweltverträglich» sei. Mit dem Bau der Glattalbahn wird der Bahnhof Stettbach zudem noch mehr als heute zum Umsteigeplatz. Gäbe es dort Anschluss auf eine Seilbahn, würden wesentlich mehr Zoo-Besuchende ihr Auto zu Hause lassen, ist Rübel überzeugt.

Aber weder der Verkehrsfonds des Kantons noch der Zürcher Verkehrsverbund werden Mittel für Investition und Betrieb beisteuern. Deshalb will der Zoo das Geld für die Investitionen von geschätzten 16,7 Millionen Franken selbst beschaffen und die Bahn, deren Betrieb und Unterhalt etwa 1 Million Franken pro Jahr kosten, in Eigenregie betreiben.

Trotzdem: Soll die Bahn bis in vielleicht zehn Jahren realisiert sein, braucht der Zoo die Unterstützung des Staats, wo die Weichen jetzt gestellt werden müssten. Rübel fordert konkret, die Schwebebahn in den Verkehrsrichtplan aufzunehmen. Ein Antrag dafür könnte im Kantonsrat gestellt werden. Dort befasst sich zurzeit eine Kommission mit dem Projekt und den Einwendungen. Voraussichtlich noch dieses Jahr soll die Vorlage im Plenum beraten werden.

Für Rübel eilt die Sache. Denn die bisherigen Massnahmen zur Erschliessung des Zoos durch den öffentlichen Verkehr sind vielen zu wenig attraktiv. Zwar setzen die VBZ auf der Linie 6 bequeme Sänften ein, die - wie gestern im Rahmen des Zoo-Apéros am Toblerplatz eindrucksvoll demonstriert wurde - selbst veritable Lamas zum Einsteigen bewegen können. Doch um Autofahrer zum Umsteigen zu animieren, braucht es offenbar mehr.

Vor allem die Besucher aus dem Kanton Zürich reisen meist mit dem eigenen Auto an, weit häufiger als Stadtzürcher oder ausserkantonale Besucher. Für Rübel wäre es deshalb wünschenswert, dass Zürcherinnen und Zürcher an allen Ticketautomaten im Verkehrsverbund mit einer «Zoo-Taste» ein Billett für Eintritt und Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr lösen können. In ausserkantonalen Städten gibts bereits solche Kombitickets.

Auf lange Sicht hin muss laut Rübel aber eine bessere Anbindung des Zoos an den ÖV sichergestellt werden, als sie die heutige Buslinie ab Stettbach und das Tram ab Zürich-Hauptbahnhof garantieren können. Auch FDP-Stadtrat Andres Türler will vorwärts machen und sich «nicht wie ein Lama mit Täppelischritten bewegen». Er hofft, dass «wir den grossen Schritt» zur Gondelbahn noch schaffen.

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