Zürich

Grüne sind Wahlsieger

12. Februar 2006, 21:05

Winterthur erhält eine links-grüne Regierung: Neben den sechs Bisherigen ist der Grüne Matthias Gfeller in den Stadtrat gewählt worden. Verliererin der Wahl ist die FDP, deren Kandidat Dieter Kläy die Wahl nicht schaffte.

Das Rennen um den siebten Sitz im Stadtrat fiel überraschend deutlich aus. Gfeller erzielte mit 10’869 Stimmen ein klar besseres Resultat als Kläy, der auf 8944 Stimmen kam.

Die Grünen stellen mit Gfeller zum ersten Mal einen Stadtrat. Mit ihm verändern sich auch die Mehrheitsverhältnisse: Neu haben SP und Grüne zusammen vier von sieben Regierungssitzen. Je einen Sitz haben die FDP, die CVP und die EVP.

Der Verlust ihres zweiten Stadtratssitzes ist für die FDP geradezu historisch. Sie hatte in Winterthur bis vor vier Jahren immer den Stadtpräsidenten gestellt und mit der CVP und der SVP auch immer die Mehrheit im Stadtrat gehabt.

Chancenloser SVP-Kandidat
Die sechs bisherigen Stadträte wurden in ihrem Amt klar bestätigt. Das beste Resultat erzielte dabei Ernst Wohlwend (SP) mit 14’115 Stimmen. Michael Künzle (CVP, bisher) erhielt 13'913 Stimmen, Walter Bossert (SP, bisher) 13'779, Maja Ingold (EVP, bisher) 12'271, Verena Gick (FDP, bisher) 12'154 und Pearl Pedergnana (SP, bisher) 11'006 Stimmen.

Keine Chance hatte SVP-Kandidat Emil Manser. Er erzielte mit 5880 Stimmen eine deutlich tiefere Stimmenzahl als Gfeller und Kläy, die den siebten Stadtratssitz unter sich ausmachten.

Ernst Wohlwend gewann mit 12'026 Stimmen auch deutlich die Wahl ums Stadtpräsidium. Sein einziger Herausforderer, Emil Manser (SVP), kam auf 3210 Voten.

Die Wahlbeteiligung betrug 38,7 Prozent, im Gegensatz zu den Wahlen vor vier Jahren, als 55 Prozent der Winterthurerinnen und Winterthurer ihre Stimme abgaben.

Parlament: Sieg für politische Mitte
Auch aus den Parlamentswahlen in Winterthur gehen die Grünen mit fünf Sitzen (+1) als Sieger hervor. Und mit ihnen die anderen Mitteparteien: So ziehen die Grünliberalen gleich mit zwei Vertretern in die Legislative ein, die CVP holt sechs (+2) und die EVP fünf Sitze (+1).

Verluste hinnehmen mussten vorab die grossen Parteien SVP (11 Sitze, -3), SP (19, -2), und FDP (9, -1). Dies ist zu einem gewissen Teil auch auf das neue Wahlsystem zurückzuführen, das im Kanton Zürich bei Parlamentswahlen zur Anwendung kommt. Auf die AL, EDU und SD entfällt je ein Sitz im 60-köpfigen Parlament.

Insgesamt hat sich an den Kräfteverhältnissen im Winterthurer Parlament nicht viel verändert: Die grossen Lager links und rechts im politischen Spektrum haben etwas an Einfluss verloren, die politische Mitte an Kraft gewonnen. Tendenziell hat sich die Mehrheit zudem eher leicht nach links verschoben.

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