Ursula Gut verteidigt FDP-Sitz

09. Juli 2006, 17:40

Ursula Gut wird im Zürcher Regierungsrat Nachfolgerin von Dorothée Fierz. Die FDP-Kandidatin hat die Grüne Ruth Genner deutlich geschlagen.

Die 52-jährige Präsidentin der Goldküstengemeinde Küsnacht erzielte mit 122'190 Stimmen rund 57 Prozent, die 50-jährige Genner gut 42 Prozent der Stimmen (90'864). Die Wahlbeteiligung betrug gerade mal knapp 28 Prozent.

Genner verpasste es somit deutlich, dem Kanton Zürich erstmals in seiner Geschichte zu einer rot-grünen Mehrheit zu verhelfen. Gut dagegen verteidigte den FDP-Sitz von Dorothée Fierz, die im Mai wegen eines Kompetenzgerangels aus dem Regierungsrat zurücktreten musste.

Deutlicher Stadt-Land-Gegensatz
Im Unterschied zur Ersatzwahl vor einem Jahr, als die CVP der SVP einen Sitz wegschnappte, spielte die bürgerliche Allianz zwischen FDP und SVP - vor allem auf dem Lande. Genner holte dagegen ihre Stimmen in ihrem Wohnort Zürich, wo sie alle Stadtkreise für sich entschied. Auch in Winterthur und einzelnen vom Flughafen stark betroffene Gemeinden schwang Genner obenaus.

Vor der Ersatzwahl waren Beobachter von einem knapperen Resultat ausgegangen. Vor allem die angebliche Amtsgeheimnisverletzung von Fierz hatte das Image der FDP beschädigt. Mit einem so klaren Ausgang hätten weder Gut noch Genner gerechnet, wie sie eingestanden. Für Gut hat das Stimmvolk verstanden, dass es um eine Richtungswahl für das bürgerliche Zürich gegangen sei.

Die Bedeutung der Ersatzwahl relativiert sich aber vor dem Hintergrund, dass im Kanton Zürich in acht Monaten bei den Gesamterneuerungswahlen die Karten wieder neu verteilt werden.

Erfolgreiche Allianz mit der SVP
«Grosse Freude» hatte die FDP-Präsidentin Doris Fiala ob der klaren Wahl der vor dem Wahlkampf wenig bekannten Ursula Gut. Entscheidend für die Wahl sei die Allianz mit der SVP gewesen.

Fulvio Pelli, Präsident der FDP Schweiz, bezeichnete die deutliche Wahl Guts als «überraschend». «Das ist wichtig für eine Partei, die es nicht mehr gewohnt ist zu gewinnen», sagte er. Für die lange Zeit zerstrittenen FDP und SVP könnte die Wahl der Anfang einer neuen engeren Zusammenarbeit sein.

Angesichts der tiefen Stimmbeteiligung, die sich zu ihren Ungunsten ausgewirkt habe, erachtete Genner ihr Ergebnis als «Achtungserfolg». Die Grüne Partei der Schweiz sieht das Potenzial der Zürcher Kantonspartei noch lange nicht erschöpft.

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