Den «Gekröpften» sofort einführen
15. Juli 2006, 21:47Die Gemeinden im Osten und im Süden des Zürcher Flughafens fordern gemeinsam die schnelle Einführung des gekröpften Nordanfluges.
Probeweise Einführung
Allenfalls sei das neue Anflugverfahren, das den Süden und den Osten von Landungen in den Randstunden entlasten soll, probeweise für zwei bis drei Jahre einzuführen, sagte der Winterthurer Stadtpräsident Ernst Wohlwend. Damit könnten Erfahrungen gesammelt werden. Dass der gekröpfte Anflug auf Sicht technisch möglich sei, habe das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) bestätigt. Der Ernst der Lage sei in Bern noch immer nicht erkannt und die Verwaltungsprozesse wie auch die politischen Verhandlungen - insbesondere mit Deutschland - liefen «viel zu langsam», wetterten die Zürcher Behördenvertreter.Man fordere nun vom BAZL einen «verbindlichen Zeitplan» für den gekröpften Nordanflug, sagte Fluglärmforum-Süd-Präsident Richard Hirt. Der Landeanflug von Westen entlang der Landesgrenze auf Schweizer Gebiet mit einer Kurve gegen Süden knapp 10 Kilometer vor dem Pistenbeginn müsse in den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) aufgenommen werden. Über die Rechtmässigkeit der Südanflüge habe bis heute noch keine Rechtsmittelinstanz entschieden, sagte der Zürcher Stadtrat Robert Neukomm. «Rechtsstaatlich äusserst bedenklich» sei, dass viele Rechtsverfahren zu den Anflugverfahren «verschlampt» würden, fügte Wohlwend an. Und wenn sich nun die nördlichen Nachbarn gegen das neue Anflugverfahren wehrten, müssten eben sie dann den Rechtsweg beschreiten.


















