Beschwerde gegen Stadion Zürich
08. August 2006, 23:09Der Rechtsstreit um das Stadion Zürich geht in die nächste Runde: Bewohner der Bernoulli-Häuser ziehen den Entscheid des Regierungsrats an das Verwaltungsgericht weiter.
Die Beschwerde werde von sechs Bewohnern der Bernoulli-Häuser geführt, sagte am Montag Walter Vismara, der selbst in der Siedlung an der Hardturmstrasse wohnt. Man habe den definitiven Entscheid zum Weiterzug der Baubewilligung am Wochenende gefällt. Gegenstand der Beschwerde ist einerseits der Schatten, den das geplante Stadion auf die Bernoulli-Häuser wirft, andererseits die Gesamtwirkung des Projekts aufs Quartier, wie Vismara erklärt. «Wir gehen in die nächste Runde, weil wir vom Regierungsrat enttäuscht sind. Er nahm unsere Argumente nicht ernst.» So habe die Regierung ein Gutachten zum Schattenwurf nicht zur Kenntnis genommen und auch keinen Augenschein vor Ort vorgenommen.
Ob die Interessengemeinschaft Hardturmquartier und die Wohn- und Baugenossenschaft Kraftwerk den Fall ebenfalls ans Verwaltungsgericht weiterziehen, steht noch nicht fest, ist aber wahrscheinlich. Beide Anwohnergruppen wollen sich Ende August entscheiden, wie deren Vertreterinnen sagten. Die beiden Gruppen dürften vor allem die Massnahmen zur Kontrolle der Autofahrten und die Beeinträchtigung des Grundwasserspiegels durch das Projekt kritisieren. Die Frist zur Einreichung der Beschwerden läuft Anfang September ab.
Verwaltungsgericht zum Zweiten
Der Regierungsrat hatte die städtische Baubewilligung für das Stadion Ende Juni genehmigt. Dabei lehnte er die Rekurse der drei Anwohnergruppen entweder ab oder trat nicht auf sie ein. Die Fragen der Gesamtwirkung und des Gewässerschutzes seien bereits im Gestaltungsplan für das Projekt geklärt worden, hiess es. Mit dem ablehnenden Entscheid auferlegte der Regierungsrat den Rekurrenten auch die Verfahrenskosten von rund 30 000 Franken. Die Stadt hatte die Baubewilligung Anfang Mai 2005 erteilt. Vorgängig war der Gestaltungsplan für das Stadion bereits bis vor Bundesgericht gezogen worden. Dieses hob einen Entscheid des Verwaltungsgerichts auf, das den Anwohnern zumindest zum Teil Recht gegeben hatte.
Auf und neben dem Areal des heutigen Hardturm-Stadions will die Credit Suisse für rund 350 Millionen Franken ein Fussballstadion sowie - als so genannte Mantelnutzung - ein Einkaufszentrum und ein Hotel bauen. Ungeachtet des Rechtsstreits kann mit dem Bau frühestens im Herbst 2007 begonnen werden. Bis dann tragen die beiden Fussballklubs FCZ und GC ihre Heimspiele auf dem alten Hardturm aus.
Mit der Beschwerde ändere sich für die Credit Suisse kaum etwas, sagte deren Sprecher Georg Söntgerath am Montag. Man brauche einfach eine rechtskräftige Baubewilligung, denn eine solche sei Voraussetzung für allfällige Zusagen von Investoren. «Jetzt dauert es ein bisschen länger, bis die Bewilligung vorliegt.»
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