Handy-Strahlen: «Unbedenklich»
26. September 2006, 23:26Die Strahlenbelastung durch Mobilfunk ist gegenüber dem Jahr 2004 zwar gestiegen, bleibt insgesamt aber gering. Dies teilten Stadt und Kanton Zürich gestern mit.
800 000 Leute drängten diesen August an die Street Parade. 800 000, die den Lärmpegel ebenso ausschlagen liessen wie ein Messgerät des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Dieses registrierte am Bellevue eine doppelt so hohe Mobilfunkstrahlung wie an einem normalen Tag. Ein Resultat, das der Grenzwert allerdings relativiert. Die maximal gemessenen 1,35 Volt pro Meter lagen immer noch rund 40-mal unter dem Erlaubten.
Nach 2004 ist es die zweite Messreihe punkto Strahlenbelastung durch Handy-Antennen, die der Kanton zusammen mit der Stadt und dem Forum Mobil durchgeführt hat. Gemessen wurde im August und September auf denselben Plätzen in Zürich, in Winterthur, Uster und Feuerthalen sowie auf Schulplätzen. Das Ergebnis laut Mitteilung von gestern Montag: Gegenüber 2004 habe die Strahlenbelastung zwar an allen Messorten leicht zugenommen, bleibe aber im Vergleich mit den Grenzwerten auf einem «sehr tiefen Wert».
Verbesserte Systeme
Beispiel Bahnhofplatz Winterthur: Vor kurzem wurden dort als tiefster Wert 0,39 Volt pro Meter gemessen. 0,30 waren es 2004. Als Spitze wurden 0,58 Volt pro Meter registriert, 0,48 waren es 2004.
Ergebnisse, die Hansjörg Sommer, im Awel Leiter Lufthygiene, zufrieden stimmen und fast ein wenig überraschen, wie er sagt. Immerhin seien einige Hundert Antennenanlagen hinzugekommen (im Kanton verteilen sich 5600 Antennen auf 1500 Standorte). Den leichten Anstieg - am Bellevue wurden während der Parade 2004 als Spitze noch 1,29 Volt pro Meter gemessen - führt Sommer auf die höhere Gesprächsdichte zurück. Dass der Anstieg umgekehrt nicht höher ausgefallen sei, erklärt er mit der Optimierung der Systeme.
Faktor 10 als Sicherheitsmarge
«Unbedenkliche Werte» ergaben laut Communiqué auch die Messungen auf acht Schulhausplätzen im Kanton. Leichte Zunahmen wurden auch hier registriert, die Daten unterschritten aber die Grenzwerte um ein Vielfaches. In Uster und Feuerthalen bei den Maximalwerten etwa um das Zehnfache. Und das, obwohl Schulhausanlagen strengeren Grenzwerten unterliegen - so genannten Anlagegrenzwerten. Wie Spitäler, Büros oder Wohnungen gelten Schulanlagen als Orte mit empfindlicher Nutzung. Für sie setzt der Bund die Limite zehnmal tiefer an. Statt der 50 Volt pro Meter wie auf Plätzen sind es gerade noch 5 Volt pro Meter. Eine Sicherheitsmarge. Nach heutigen Erkenntnissen liege man zwar absolut auf der sicheren Seite, wie Hansjörg Sommer vom Awel sagt. Neue Erkenntnisse könnten aber ein Umdenken erfordern. Denn was Telefonieren mit dem Handy am Ohr langfristig für Auswirkungen hat, darüber weiss man bis heute wenig. Was man weiss: Am stärksten belastet sich noch immer, wer aktiv telefoniert - bei einem älteren Handy laut Sommer mit bis zu 2 Volt pro Meter.
Zürich
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