Zwei Sprachen für Primarschüler

26. November 2006, 18:12

Zürcher Schulkinder sollen weiterhin zwei Fremdsprachen lernen. Bundesrat Pascal Couchepin zeigte sich hocherfreut über den Willen zum nationalen Zusammenhalt, den die Zürcher Stimmberechtigten zeigten.

Die Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache auf der Primarstufe» wurde im Kanton Zürich mit 216'848 Nein gegen 153'355 Ja klar verworfen. Die Stimmbeteiligung lag bei 46,7 Prozent.

Im Kanton werden in der Primarschule bereits zwei Fremdsprachen unterrichtet, und zwar Englisch ab der zweiten und Französisch ab der fünften Klasse. Die Initianten, die sich vorwiegend aus Schulbehörden und Lehrerschaft rekrutierten, sahen darin eine Überforderung für einen grossen Teil der Schulkinder. Der Deutschunterricht habe Vorrang, und auch andere Fächer dürften nicht vernachlässigt werden. Die Initiative schrieb nicht vor, ob Englisch oder Französisch abgeschafft werden sollte.

«Nationaler Zusammenhalt»
Bundesrat Pascal Couchepin zeigte sich hocherfreut über den Ausgang der Zürcher Abstimmung. Es zeuge vom Willen, den nationalen Zusammenhalt über das Lernen von Sprachen zu sichern. Auch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Zürich und der VPOD Zürich zeigten sich zufrieden. Mit dem Nein zu einer einzigen Fremdsprache an den zürcherischen Primarschulen werde das Ziel einer Intensivierung des führen Sprachenlernens in der mehrsprachigen Schweiz weiter gestärkt, teilte die EDK mit.

Nachdem gleich lautende Initiativen schon früher in diesem Jahr in den Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zug abgelehnt worden sind, erhält das Fremdsprachenkonzept der Erziehungsdirektorenkonferenz weiter Sukkurs. Das klare Resultat und die Reaktionen auf den «Fall Seebach» zeigen laut dem Schulleiterverband dass die Bevölkerung des Kantons nicht mehr gewillt ist, die Bildung der Sparwut der Politik auszusetzen.

Standortvorteil
Auch der VPOD wertet das klare Resultat als Plebiszit gegen Kürzungsmassnahmen im Bildungsbereich. Das überparteiliche Komitee gegen die Initiative bezeichnete das Resultat als wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort Zürich. Sprachkompetenz sie ein guter Standortvorteil, den es auszubauen gelte.

Zürich

Meistgelesen in der Rubrik Zürich

Roger Schaeli bloggt aus der Wand

Ausgehen am Freitag

Die Top-Themen im

Top-Themen in

Countdown zur Leuenberger-Ersatzwahl

Umfrage

Würden Sie die Polizeistunde für Jugendliche einführen?




Moritz Leuenberger: Eine Karriere in Bildern

Braucht der Obere Letten ein Frauendeck?

Neues aus Ihrem Wohnort

  • Hier finden Sie Nachrichten, Veranstaltungen und das detaillierte Lokalwetter ihrer und hundert weiterer Gemeinden im Gebiet des Tages-Anzeigers. Mehr...
  • Gelangen Sie hier direkt zu Ihrer Gemeindeseite:

Hildegard Schwaningers Notizen zu Namen

Zürich ist eine Liste

Das Filetstück: die Gastro-Suche

Eva

Der grosse Kinoservice für Zürich & Region



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten