BSE durch Milchgenuss?

05. Februar 2007, 12:31

Schweizer Forschern ist es erstmals gelungen, so genannte Prionen in der Milch von Kühen, Schafen und auch Menschen nachzuweisen. Prionen sind Eiweissstoffe, die in veränderter Form als Auslöser von BSE und Creutzfeldt-Jakob gelten.

Zahlen die Schweizer zu viel für Milch? Noch ist sich Strahm nicht schlüssig.
Zahlen die Schweizer zu viel für Milch? Noch ist sich Strahm nicht schlüssig.
Die Arbeiten der Firma Alicon aus Schlieren wurden in der Wissenschaftszeitschrift «PLoS ONE» veröffentlicht, wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilte. Bei ihren Untersuchungen entdeckten die Forscher ausschliesslich normale, nicht krankheitserregende Prionen.

Die Forscher der Alicon sind trotzdem überzeugt, dass sich die Frage nach dem BSE-Risiko bei Milchkonsum nun erneut stelle. Wo nämlich gesunde Prionen existierten, könne auch die gefährliche Variante vorkommen. Milchtests zum Nachweis von krankheitserregenden Prionen befänden sich bereits in Entwicklung.

Bisher gilt der Verzehr von Teilen des Zentralnervensystems von erkrankten Tieren als Hauptansteckungsquelle. Aber auch in Körperflüssigkeiten wie Blut, Urin oder Speichel konnten die krankheitserregenden Prionen bereits nachgewiesen werden.

Veränderung zu gefährlicher Variante nicht ausgeschlossen
Prionen treten in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Die eine Form ist völlig ungefährlich und natürlicher Bestandteil des Körpers. Erst wenn das Prion seine Struktur verändert, wird es krankheitserregend.

Die Gefahr besteht darin, dass das Kippen eines Moleküls in die gefährliche Variante gleichsam ansteckend ist; benachbarte Prionen können sich ebenfalls verändern. Letztendlich verläuft der Prozess in einem Organismus ähnlich wie eine Infektion durch einen Virus oder ein Bakterium.

Immun gegen Sterilisation
Durch die Prionen, die BSE oder Creutzfeldt-Jakob auslösen, wird vor allem das zentrale Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark, zerstört. Prionen sind gegen herkömmliche Desinfektionsmittel weitgehend unempfindlich. Selbst eine Drucksterilisation bei 137 Grad überstehen sie unbeschadet.

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