Strafanzeige gegen Xenix

12. Februar 2007, 23:28

Christliche Bürgerinitiativen aus Deutschland und Österreich haben eine Strafanzeige gegen die Programmverantwortlichen des Kinos Xenix eingereicht.

Ausserdem verlangten sie von der Kriminalpolizei, den umstrittenen Film «Salò oder die 120 Tage von Sodom» von Pier Paolo Pasolini zu beschlagnahmen. «Auch die Vorratshaltung derart gewaltverherrlichender und pornografischer Machwerke ist strafbar», monierten die Bürgerinitiativen.

Die Stadtpolizei Zürich hatte die Vorführung des Films in der St. Jakobs-Kirche am Stauffacher bereits am Freitag faktisch verboten. Die Veranstalter verzichteten daraufhin auf eine Konfrontation mit der Justiz und setzten statt der Filmaufführung eine Podiumsdiskussion an. Trotzdem hielten christliche Fundamentalisten eine Mahnwache ab.

Heftig kritisiert wurde das Filmverbot am Wochenende von den Grünen der Stadt Zürich, die der Polizei willkürliche Zensur vorwarfen. Das Verbot sei ebenso «grotesk wie auch rechtlich unhaltbar». Der Skandalfilm von 1975 war in Zürich bereits mehrfach gezeigt worden und ist in Videotheken erhältlich - bisher ohne rechtliche Folgen. (ma)

Zürich

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