Mit Sturmgewehr gegen Fahrende
26. März 2007, 19:08Weil er glaubte, Fahrende hätten aus seinem Auto 200 Franken gestohlen, hat ein heute 21-jähriger Mann mit seinem Sturmgewehr auf deren Wohnwagen gefeuert.
Der Mann wurde vom Obergericht wegen mehrfacher Gefährdung des Lebens zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt - zur Hälfte unbedingt, zur Hälfte auf Bewährung. Vor dem Obergericht war nur noch das Strafmass umstritten. Im Juli 2006 hatte das Bezirksgericht Horgen ihn zu einer Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren verurteilt.Der heute 21-Jährige hatte im Juli 2005 sein Auto in der Nähe des Standplatzes der Fahrenden in Horgen parkiert. Überzeugt davon, diese hätten ihm Geld daraus gestohlen, kehrte er zwei Tage später nachts mit seiner Dienstwaffe dorthin zurück. Aus etwa 45 Metern Entfernung gab er ein Serienfeuer auf einen der Wohnwagen ab.
Schlafende um 30 Zentimeter verfehlt
Darin befand sich ein schlafendes Ehepaar. Die Kugel aus dem Sturmgewehr jagte rund 30 Zentimeter über die beiden Schlafenden und durchschlug einen Kleiderschrank. Weitere Kugeln trafen ein Ökonomiegebäude der Fahrenden. Die Opfer kamen mit dem Schrecken davon.Die Staatsanwaltschaft forderte im letzten Sommer wegen mehrfacher versuchte vorsätzliche Tötung sogar eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Vor dem Obergericht verlangte die Verteidigung nun eine Reduktion der Strafe auf zwei Jahre bedingt, die Staatsanwaltschaft forderte 3,5 Jahre unbedingt.
Der Verteidiger des Mannes begründete die Strafreduktion damit, dass sein Mandant ein Ersttäter sei und reumütig. Er verdiene noch eine Chance. Der Angeklagte gab alles zu, sagte jedoch, er habe die Fahrenden nur erschrecken wollen. In den Augen der Staatsanwältin wog das Verschulden des Mannes jedoch schwer.
















