Zürich

Wurde Schülerin vergewaltigt?

11. April 2007, 21:39

Erneut stehen Schüler im Verdacht, eine Kollegin vergewaltigt zu haben: Die Jugendanwaltschaft Bülach/Dielsdorf hat eine Untersuchung gegen zwei 16-Jährige eingeleitet. Deren mutmassliches Opfer ist ein 14-jähriges Mädchen.

Die drei Teenager besuchen das Schulhaus Nägelimoos in Kloten, wie Jugendanwältin Christa Piraccini eine Meldung des TV-Senders «TeleZüri» bestätigte. Bei den mutmasslichen Tätern handle es sich um Staatsangehörige der Türkei und der Dominikanischen Republik. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Weitere Angaben zu den Personen respektive zur Tat wollte Piraccini nicht machen, da das Verfahren noch am Laufen sei.

Schulsozialarbeiter im Einsatz
Wie Corinne Thomet, Stadträtin und Schulpräsidentin von Kloten, auf Anfrage erklärte, ist sie am letzten Donnerstagmorgen von Lehrern des Oberstufenschulhauses Nägelimoos über den mutmasslichen Vergewaltigungsfall informiert worden.

Der Vorfall habe sich am Mittwochnachmittag vor einer Woche ausserhalb des Schulhauses ereignet. Die Eltern hätten sofort eine Strafanzeige eingereicht. Laut Thomet wurden bereits am Donnerstag zwei Schulsozialarbeiter – ein Mann und eine Frau – mit dem Fall betraut, «damit die Betroffenen aufgefangen werden können».

Die Eltern hätten am Dienstag einen Brief erhalten. Darin seien sie über die mutmassliche Vergewaltigung orientiert worden. Zudem seien die Eltern darauf aufmerksam gemacht worden, dass es Anlaufstellen gebe. Dort erhalten die Eltern Informationen und Unterstützung, falls sie mit Gewaltfällen konfrontiert sind.

Opfer wird von Fachleuten betreut
Ebenso am Dienstag wurden die Klassen des Oberstufenschulhauses informiert. Dabei wurde den Schülern klar gemacht, dass Gewalt nicht geduldet wird und dass sie Gewaltfälle melden sollen.

Das Opfer hat seit einer Woche die Schule nicht mehr besucht. Sie wird an einem nicht genannten Ort von Fachleuten betreut. Falls es notwendig ist, sollen weitere Fachstellen beigezogen werden.

Über die mutmasslichen Täter wollte auch die Schulpräsidentin von Kloten keine Angaben machen. Damit bleibt unklar, ob die beiden 16-jährigen Jugendlichen schon vorher negativ aufgefallen sind.

Erinnerungen an Zürich-Seebach und Steffisburg
Der Fall erinnert an die mutmasslichen Vergewaltigungen in Zürich-Seebach im Spätherbst. Damals waren 13 Jugendliche und ein Erwachsener verdächtigt worden, ein 13-jähriges Mädchen mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Untersuchungen laufen noch.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass in Steffisburg BE mehrere Jugendliche eine 14-Jährige sexuell missbraucht hatten. Die Tat hatte sich ausserhalb der Schule ereignet. Acht Personen wurden damals in Untersuchungshaft genommen. Es handelte sich um Ausländer verschiedener Nationalitäten sowie um einen Schweizer tamilischer Herkunft.

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