Die CVP will mit Kathy Riklin in den Ständerat
18. April 2007, 16:35 Von Ruedi BaumannDie Ständeratswahlen werden zum grossen Schaulaufen. Als zweitletzte Partei hat die CVP mit Nationalrätin Kathy Riklin ihre Kandidatin nominiert. Nur die Grünen sind noch nicht so weit.
Zürich. – Weil die beiden bisherigen Zürcher Standesvertreter zurücktreten – Hans Hofmann (SVP) und Trix Heberlein (FDP) –, werden die Ständeratswahlen im nächsten Herbst besonders spannend. Keine Partei will sich mit einer eigenen Kandidatur die Chance entgehen lassen – auch wenn es kaum für einen Sitz im Stöckli reichen wird. Denn die Medienpräsenz ist deutlich besser bei den Ständeratswahlen – für die Partei und für den einzelnen Kandidaten.
Erwartungsgemäss hat am Montagabend der Parteivorstand die zurzeit populärste Zürcher CVP-Vertreterin als Ständeratskandidatin nominiert. Der Vorschlag muss am 10. Mai noch von den CVP-Delegierten abgesegnet werden. Die 54-jährige Geologin, Gymnasiallehrerin und Nationalrätin ist bereits die sechste Kandidatin. Sie sei «eine wohltuende Alternative zu den Kandidaturen von links und rechts», teilte die CVP gestern mit. Riklin sitzt seit 1999 im Nationalrat und ist vor allem in den letzten Monaten in den Medien sehr präsent. Denn sie ist Präsidentin der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie des beratenden Organs für Klimaänderung. 2000/01 war sie Präsidentin des Stadtzürcher Gemeinderats. Sie hat Geologie und Geografie studiert sowie eine Doktorarbeit in Petrografie verfasst. Riklin tritt an erster Stelle der CVP-Liste auch für den Nationalrat an.
«Ich bin die ideale Person, um den Kanton Zürich in Bern zu vertreten», sagt Riklin. Als Bildungspolitikerin und Naturwissenschaftlerin befasse sie sich mit den zurzeit aktuellsten und emotionalsten Problemen – Schule und Klimaerwärmung –, «und zwar nicht erst seit gestern». Als Bundesratpartei sei die CVP zudem legitimiert, für den Ständerat anzutreten. Als 54-Jährige stehe sie in der Vollblüte ihrer Karriere, sagt sie. «Ich brauche den Ständerat nicht bloss als Ruhekissen.»
Es droht ein zweiter Wahlgang
Damit greift Riklin indirekt ihre Konkurrentinnen und Konkurrenten an. Denn die SP-Kandidatin Chantal Galladé ist erst 34-jährig, die anderen dagegen deutlich älter. SVP-Kandidat Hans Geiger, der Wirtschaftsprofessor und ehemalige CS-Generaldirektor, ist bereits 63 jährig und EVP-Kandidat Ruedi Aeschbacher gar 65-jährig. Regierungspräsidentin Verena Diener, die für die Grünliberalen antritt, ist zwar erst 58 Jahre alt. Als Vertreterin einer neuen Partei habe sie in Bern aber keine Hausmacht hinter sich, sagt Riklin.
Kronfavorit für die Ständeratswahlen ist nach wie vor der FDP-Kandidat Felix Gutzwiller – Präventivmediziner, Uni-Professor und Chef der FDP-Nationalratsfraktion. Ihm traut man als einzigem Kandidaten zu, bereits im ersten Wahlgang Ständerat zu werden. Bei allen anderen ist die Chance gross, dass sie in einen zweiten Wahlgang gehen müssen. Noch nicht nominiert haben die Grünen. Bei ihnen gilt Nationalrat Daniel Vischer als Favorit.%perl>
Galladé für den Ständerat
Zürich. Der Parteivorstand der kantonalen SP hat gestern Abend getagt, ohne Beschlüsse im Zusammenhang mit der Wahlschlappe vom Sonntag zu fällen. Laut einem Communiqué nominierte der Vorstand Nationalrätin Chantal Galladé als Ständeratskandidatin. Das 60-köpfige Gremium folgte damit dem Vorschlag der Geschäftsleitung. Am 10. Mai wird noch ein SP-Parteitag den Segen zu der Nominierung geben müssen. Der Vorstand bereinigte zuhanden des Parteitags auch die Liste für die Wahl des Nationalrats im kommenden Herbst. Sie wird angeführt von Galladé. Platz zwei nimmt Jacqueline Fehr ein. Dann folgen die Bisherigen, als letzte Barbara Marty Kälin. Von den zehn Bisherigen verzichtet nur Barbara Haering. Auf dem zehnten und elften Platz folgen Vertreter von Secondos und Jungsozialisten. Erst auf dem zwölften Platz kommt dann wieder ein bekannter Politiker, Ruedi Lais, der SP-Fraktionschef im Kantonsrat. Nach dem Debakel bei den Kantonsratswahlen im Kanton Zürich muss die SP auch im Nationalrat mit Sitzverlusten rechnen. (ese)
Zürich
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