Zürich

SVP: Gut ist undankbar

29. Mai 2007, 21:11

Der Streit um die fehlende Unterstützung von Ueli Maurer durch FDP-Regierungsrätin Gut wird zur Posse. Denn Maurer war sogar in Guts Wahlkomitee.

Finanzdirektorin Ursula Gut setzt dem Zahlen-Wirrwarr ein Ende.
Finanzdirektorin Ursula Gut setzt dem Zahlen-Wirrwarr ein Ende.
«Undankbar und vergesslich» sei die neue Finanzdirektorin Ursula Gut, sagt SVP-Geschäftsführer Claudio Zanetti. Denn SVP-Schweiz-Präsident Ueli Maurer habe zweimal solidarisch in Ursula Guts Wahlkomitee mitgemacht.

Ursula Gut aber verweigerte an der FDP-Delegiertenversammlung Ueli Maurer die Unterstützung bei den Ständeratswahlen und war auch gegen eine Listenverbindung bei den Nationalratswahlen. Das Ja zur Listenverbindung fiel im FDP-Vorstand übrigens nur mit 5:4 Stimmen. Dieses knappe Ergebnis wurde den Delegierten aber vorenthalten, worauf sie mit 105:27 klar zustimmten.

Maurer selbst bezeichnete Guts Haltung als «Fauxpas, der nicht passieren sollte». Er selbst habe sich in beiden Wahlkämpfen für Ursula Gut eingesetzt und auch den Bauernverband auf ihre Seite gebracht. «Alle Zürcher Bauernfamilien haben ein Empfehlungsschreiben für Ursula Gut erhalten, und an allen Bauernanlässen haben wir Werbung für sie gemacht.» In Guts Wahlkomitee habe er zweimal mitgemacht, weil er von ihrem Kampagnenleiter angefragt worden sei.

Maurer enttäuscht
Umso mehr ist Maurer über Ursula Gut enttäuscht. «So lernt man die Leute kennen.» Ihr Argument, er sei wegen seiner Frauenpolitik nicht wählbar, lässt Maurer nicht gelten. Er habe nie gefordert, Frauen müssten zurück an den Herd. Er habe gesagt: «Es ist schlecht, wenn Mütter arbeiten und sich der Staat um die Kinder sorgt.»

Damit habe er nur jenen Zehntausenden von Frauen seinen Respekt bezeugt, die zu Gunsten ihrer Kinder auf eine Karriere verzichtet hätten. «Wenn wie bei Guts zwei Akademiker kinderlos zusammenleben, kann man anders reden, als wenn sechs kleine Kinder zu Hause sind», kontert Maurer, der selber sechs Kinder hat.

Ursula Gut liess sich durch die Vorwürfe der SVP nicht irritieren. Bei Wahlkampfkomitees frage jeder jeden an. Daraus nun eine Unterstützung für Maurer abzuleiten, wäre ein «billiger Eintritt». Im übrigen pflege sie auch ohne Maurer gute Beziehungen zum Bauernverband und ihrem Präsidenten. «Die Bauern haben meine Sympathie weiterhin.» (rba)

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