Tierische Geburtstage im Zürcher Zoo
15. August 2007, 15:41Am Presse-Apéro des Zoos war ausnahmsweise nicht die Rede von Zuchterfolgen und Neuankömmlingen, sondern von Geburtstagskindern.
Zwar gab es keine grosse Party mit Kuchen, Kerzen und Päckli, dafür aber ein paar schöne Geschichten. Vom Orang-Utan-Weibchen Lea zum Beispiel: Runde 40 wird sie nächsten Mittwoch, und sie war der erste Menschenaffe, der im Stuttgarter Zoo zur Welt kam. Von ihrer Mutter verstossen, wuchs sie in Gesellschaft zweier Menschenkinder auf und kam im Alter von sieben Jahren nach Zürich. Ihr Interesse an den Zoo-Besuchern verhalf ihr zu einem richtigen Fan-Club. Verschiedenste Schriftstücke in Versform zeugen von der speziellen Beziehung, die regelmässige Besucher mit ihr haben, berichtete Kurator Robert Zingg.
Noch heute sitze die alte Affen-Dame oft hinter der Scheibe des Orang-Utan-Geheges und mache Faxen und Grimassen oder presse ihre Lippen gegen die Scheibe. Am Mittwoch machte sie allerdings hoch oben auf ihrem Ast keinen sehr kommunikativen Eindruck, drehte dem Publikum lange Zeit den Rücken zu, um dann für fünf Minuten ein langweiliges Gesicht in deren Richtung zu machen. Früher war Lea die Chefin der Gruppe, heute jedoch hat sie einen schwierigen Stand und ist gelegentlich in Auseinandersetzungen verwickelt.
Auch die im April 40 gewordene Elefanten-Dame Druk, 1968 als Geschenk des Königs von Buthan nach Zürich gekommen, wirkte ein wenig schlapp in der heissen Mittagssonne. Eigene Mutterfreuden sind ihr versagt geblieben, dennoch hat sie wichtige familiäre Aufgaben übernommen und sich als zuverlässige «Tante» erwiesen. Es scheine ihr ausgesprochen Spass zu machen, Jungtiere um sich zu haben. Druk ist aber auch eine Liebhaberin armdicker Äste. Diese zerlegt sie mit gekonnter Technik und dem Einsatz ihrer 3904 Kilogramm. Einmal hat sie gar ein Metallschild mit den Fütterungszeiten «elegant zusammengefaltet».
Ein weiterer Jubilar, der 42-jährige Zwergnilpferd-Senior Grebbo, döst friedlich im Schatten seiner Anlage. Er habe wohl den oberen Bereich seiner Lebenserwartung erreicht, meinte Robert Zingg. Solange aber die Lebensqualität für ein Zoo-Tier stimme, lasse man es leben.
Rosarot, rüstig und kein bisschen Grau wirken die zwei über 50-jährigen Chileflamingos. Und einer dieser Senioren sitzt sogar auf einem Nesthügel - mit Ei.

















