Bergbach in Italien riss Zürcher in den Tod
16. August 2007, 23:01 Von Stefan HohlerZwei junge Männer sind in Italien bei einem Trecking ums Leben gekommen. Vermutlich wurden sie von einem Gewitter überrascht.
Bei den beiden Opfern handelt es sich um zwei Männer aus dem Zürcher Unterland: einen 19-jährigen Maturanden und Bankpraktikanten aus Bülach und einen 23-jährigen angehenden Primarlehrer aus Hochfelden. Sie waren am 30. Juli mit dem Zug nach Cuzzego südlich von Domodossola gefahren und wollten eineinhalb Wochen im italienischen Nationalpark Val Grande trecken. Ernähren wollten sie sich von mitgebrachtem Proviant und von Fischen, die sie in den Bächen fingen. Als die Eltern am Ende des Treckings kein Lebenszeichen von den beiden erhielten, alarmierte der Vater des Maturanden am letzten Montag die Nationalparkbehörden und reiste selber nach Domodossola: «Ich hoffte noch immer, dass sie am Leben sind.»
Am Dienstagmorgen wurde trotz widriger Wetterbedingungen eine gross angelegte Suchaktion gestartet. Wie der Vater erklärt, hat ein Helikopterpilot auf dem zweiten Suchflug die beiden Leichen gleichentags in 1100 Meter Höhe im Val Fredda entdeckt. Die jungen Männer waren aber vermutlich schon seit einer Woche tot. Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass sie ihr Zelt wahrscheinlich am Ufer eines Baches aufgeschlagen hatten, der bei einem heftigen Gewitter anschwoll und die beiden mitriss.
Laut dem Vater waren die beiden Freunde gut ausgerüstet. Neben Camping- und Kartenmaterial hatten sie auch ein GPS und ein Notfunkgerät mitgenommen. Sie hätten das Trecking nicht nur aus Abenteuerlust gemacht, sondern wollten in der Einsamkeit auch über Religion und Lebensfragen nachdenken. Die Beerdigung findet am kommenden Dienstagnachmittag in der Baptistenkirche in Bülach statt.
Zürich
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