Zürich

Farbanschlag auf Galladés Wohnhaus

16. Oktober 2007, 23:01 – Von Ruedi Baumann

Vermutlich linke Chaoten haben auf das Haus von SP-Politikerin Chantal Galladé Gefängnisgitter und Parolen geschmiert. Die SP hat Strafanzeige eingereicht.

Winterthur. - Als die SP-Ständeratskandidatin Chantal Galladé gestern morgen aufwachte, sah sie kaum mehr aus dem Fenster. Auf drei Scheiben waren mit schwarzer Farbe Gittermuster gesprayt. Ebenfalls in Schwarz war an die Hausmauer «Gegen Repression, gegen Knäste» geschmiert worden. Das vor dem Haus parkierte Auto eines Besuchers war besprayt und zerkratzt. Der Anschlag von «feigen, zerstörerischen Antidemokraten» stimme sie sehr nachdenklich, sagte Nationarätin Galladé. «Ich bin viel unter den Leuten, man kann mit mir überall reden und mir solche Botschaften persönlich mitteilen.» Durch den Anschlag lasse sie sich in ihrem politischen Engagement sicher nicht einschüchtern.

Die SP des Kantons Zürich hat Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Gemäss Stadtpolizei Winterthur haben die Ermittlungen noch zu keinem Ergebnis geführt. Wie Sprecher Peter Gull sagte, sei die Aktion «eher dem linken Lager» zuzuordnen. Schmierereien in diesem Ausmass vor Wahlen seien für Winterthur neu. Bereits am Samstag hatten Vermummte, vermutlich vom Schwarzen Block, SVP-Nationalratskandidatin Natalie Rickli und SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer mit Eiern, Hundefutter und Torten beworfen.

SP-Generalsekretär Peter Kyburz verurteilte die Aktionen aufs Schärfste. Das SP-Sekretariat werde zwar rund um den 1. Mai fast regelmässig versprayt. «Sobald aber Politikerinnen und Politiker in ihrer Privatsphäre belästigt und eingeschüchtert werden, haben die Auseinandersetzungen eine weit bedrohlichere Ebene erreicht», sagte Kyburz. Auch er vermutet linksautonome Kreise hinter dem Anschlag.

Die 35-jährige SP-Ständeratskandidatin Galladé hatte Anfang Juli auch im linken Lager von sich reden gemacht, als sie ein 12-Punkte-Programm gegen Jugendgewalt präsentierte und dabei unter anderem die Senkung des Strafrechtsalters für Jugendliche bei Gewaltdelikten forderte.

Auch Diener und Maurer betroffen

SVP-Ständeratskandidat Ueli Maurer sprach gegenüber Radio 24 vom schlimmsten Wahlkampf mit den massivsten Drohungen in seiner Karriere. Auch die grünliberale Ständeratskandidatin Verena Diener berichtet gegenüber dem TA von einer Stimmung, «wie ich sie noch nie gespürt habe». Gegen das Haus, in dem sie ihr Büro hat, wurden Eier geworfen, und drei Briefkästen wurden aus der Wand gerissen. «Wenn man in der Politik - hüben wie drüben - dermassen diffamierend miteinander umgeht, muss man sich nicht wundern, wenn sich einige zu Vandalenakten herausgefordert fühlen.» In all ihren Wahlkämpfen habe sie, so Diener, zwar schon öfters böse Briefe, aber noch nie Vandalenakte gegen ihre Person erlebt.

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