2. Wahlgang Ständerat
Diener und Galladé noch nicht einer Meinung
26. Oktober 2007, 09:40 Von Martin Gmür und Roger KellerNach einer Sitzung mit den Präsidenten von SP und GLP ist nur dies klar: Die Parteileitungen entscheiden, ob eine der beiden Ständeratskandidatinnen auf den zweiten Wahlgang verzichtet.
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Die vier hatten sich in ihrer rund einstündigen Sitzung im Neumarkt gestern Nachmittag offenbar auf eine Sprachregelung geeinigt. Fast wortwörtlich sagten sie dasselbe, als sich die Tür öffnete – die beiden Kandidatinnen Chantal Galladé (SP) und Verena Diener (Grünliberale) sowie die Parteipräsidenten Martin Naef (SP) und Martin Bäumle (GLP): Die Aussprache habe in guter, konstruktiver Atmosphäre stattgefunden. Eine Einigung habe man dabei aber nicht erzielt, weil man die Ausgangslage nach wie vor unterschiedlich interpretiere. Man gehe nun zurück in die Parteileitungen, und inhaltlich werde man frühestens Mittwoch um 9 Uhr etwas sagen. Verena Diener sagte gar noch, man habe «gegenseitig viel Verständnis gezeigt für die unterschiedlichen Positionen».
Der Entscheid, ob eine der beiden Kandidatinnen auf den zweiten Wahlgang gegen Ueli Maurer (SVP) verzichten wird, liegt also in den Händen der beiden Parteileitungen, die noch gestern Abend tagten. Galladé sagte dazu: «Ich ziehe mich nicht zurück. Aber wenn unsere Geschäftsleitung dies tut, dann akzeptiere ich diese Entscheidung.» Und Diener sagte: «Wenn der Parteivorstand zum Schluss kommt, auf die Kandidatur zu verzichten, ist das ein gangbarer Weg.» Sie mache die Kandidatur nicht zur Prestigefrage für sich.
Beide Kandidatinnen verwiesen zudem auf ihre guten Ergebnisse vom Wochenende. «Gut 100000 wollten mich als Ständerätin», sagte Diener – und Galladé wies auf die 10000 Stimmen hin, die sie im ersten Wahlgang vor Diener lag. Der Mann, den es in einem Monat zu schlagen gilt, Ueli Maurer, erreichte 150000 Stimmen.
Diener schlug ein Gutachten vor
Für Irritation hatte eine Aussage Verena Dieners gestern Mittag auf Radio DRS gesorgt: Man habe bei einem «unabhängigen Politologen» eine Expertise in Auftrag gegeben, um abzuklären, welche der beiden Kandidatinnen das grössere Potenzial habe. Diener sagte, sie würde sich an den Politologen halten und Chantal Galladé allenfalls den Vortritt lassen, wenn dessen Empfehlung entsprechend ausfalle.
Der gerüchteweise genannte Politologe Claude Longchamp dementierte: Er habe keinen Auftrag. Und wenn, müsste er von beiden Seiten kommen. Erfolge ein Auftrag in dieser Situation nur von einer Partei, wäre ein Parteigutachten zu befürchten nach dem Motto: Wer zahlt, befiehlt.
Bei der SP kam der Vorschlag von Diener nicht gut an. «Es gibt zurzeit nur eine Umfrage, die zählt, und die hat am letzten Wochenende stattgefunden», sagte Chantal Galladé, Auch SP-Präsident Martin Naef winkte schon vor dem Gespräch mit Bäumle und Diener ab: «Für einen Rückzug braucht es keine Expertise.» Das sei ein hochpolitischer Entscheid, den man nicht auf Experten abschieben könne. Naef und Galladé bekräftigten diese Haltung nach dem Treffen, was manche der anwesenden Journalisten als Zeichen werteten, dass die SP keinesfalls verzichten wird. Auch Diener und Bäumle nahmen nach dem Treffen Abstand von einer Expertise.
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