Galladé zieht sich zurück

26. Oktober 2007, 18:45

Der zweite Wahlgang für den Zürcher Ständerat findet nun doch ohne die SP statt: Chantal Galladé zieht ihre Kandidatur zurück.

Kantonalpräsident Naef zeigte sich enttäuscht, will den Entscheid Galladés aber respektieren.
Keystone Kantonalpräsident Naef zeigte sich enttäuscht, will den Entscheid Galladés aber respektieren.

«Im Interesse der Sache und des Kantons Zürich» tritt die SP-Nationalrätin Chantal Galladé nicht zum zweiten Wahlgang der Zürcher Ständeratswahlen an, wie sie am Nachmittag vor den Medien erklärte. Dies sei ein pragmatischer Entscheid. Grund für den Rückzug ist Verena Dieners Festhalten an einer erneuten Kandidatur. Die Grünliberale hatte am Morgen ihren Entscheid mitgeteilt. «In der politisch verfahrenen Situation bringt es nichts, wenn nicht jemand einen Schritt zurück macht», sagte Galladé weiter. Mit einem sturen Festhalten an der Kandidatur komme auch die Linke dem Ziel, dass jemand aus dem Mitte-Links-Spektrum den zweiten Ständeratssitz holt, nicht näher. Persönliche Interessen sowie Partei- und Machtspiele seien in diesem Fall fehl am Platz, sagte Galladé. Sie habe sich deshalb zum Rückzug entschieden und dies der SP-Parteileitung mitgeteilt.

SP nun «voll und ganz hinter Diener»

Diese ist enttäuscht, respektiert den Entscheid jedoch und ruft die Wählerinnen und Wähler auf, nun Verena Diener zu unterstützen. Die SP werde «nicht trötzeln», sagte Kantonalpräsident Martin Naef.

Zur Verhinderung eines SVP-Ständerates Ueli Maurer müssten sich nun bei der neuen Ausgangslage alle Mitte-Links-Kräfte «voll und ganz» hinter die Kandidatur Diener stellen.

Junge Generation macht «nicht immer Schritt zurück»

Galladé betonte, ihr Verzicht auf die Kandidatur sei keineswegs ein Rückzug aus der Politik. Und künftig werde ihre Generation nicht immer bereit sei, einen Schritt zurück zu machen, sagte die 34-Jährige.

Etwas enttäuscht sei sie schon, dass die mit dem guten Wahlergebnis im ersten Wahlgang geschaffene Ausgangslage nicht besser respektiert worden sei. Sie zeigte sich überzeugt, dass sie bei «geschlossenen Reihen» den Ständeratssitz hätte holen können. Sie hätte sich auch gefreut, «mit Überzeugung und Lebensfreude» nochmals einen engagierten Wahlkampf zu führen.

Gespräche gescheitert

Gespräche zwischen SP und GLP mit dem Ziel, sich auf eine Kandidatur gegen Maurer zu einigen waren zuvor gescheitert. Maurer hatte im ersten Wahlgang vom letzten Sonntag gut 150’000 Stimmen erzielt. Bisher wurde im Kanton Zürich erst FDP-Nationalrat Felix Gutzwiller in den Ständerat gewählt, er hatte das nötige absolute Mehr von knapp 182’000 Stimmen hauchdünn erreicht.

Damit kommt es im Kanton Zürich am 25. November zum Zweikampf zwischen Ueli Maurer, der von der FDP unterstützt wird und der Mitte-Links-Kandidatin Verena Diener, die auch mit den Stimmen von CVP, EVP und den Grünen rechnen kann.

Zürich

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