Favorit Ueli Maurer stapelt tief und bleibt vorsichtig
26. Oktober 2007, 21:18 Von Susanne AndereggSVP-Ständeratskandidat Ueli Maurer schätzt seine Chancen für den zweiten Wahlgang auf 51 Prozent. Während die Linke noch stritt, hat er gestern seine Kampagne bereits gestartet.
Zürich. - Das Unterstützungskomitee von Ueli Maurer hatte auf neun Uhr zur Medienkonferenz eingeladen, um dessen Kandidatur für den zweiten Wahlgang vom 25. November zu lancieren, und Maurer sagte gleich zu Beginn, dass es für ihn keine grosse Rolle spiele, wer seine Gegenkandidatin(nen) seien: «Das Rennen ist bei allen Konstellationen offen, ich fange wieder auf Feld eins an und gehe hoch motiviert in den neuen Wahlkampf.» Seine Wahlchancen bezifferte Maurer bescheiden mit «51 Prozent».
Als im Verlauf der Medienkonferenz die Nachricht eintraf, Verena Diener (GLP) werde nochmals antreten, löste das bei ihm keine erkennbare Regung aus. Später liess er sich immerhin den Kommentar entlocken, Chantal Galladé «wäre wohl einfacher zu schlagen gewesen».
Ohne Doppelrolle besser wählbar
Maurer ist seit Sonntag der klare Favorit. Und er hat seine Chancen nochmals erhöht, indem er gestern seinen - seit langem geplanten - Rücktritt als Präsident der SVP Schweiz bekannt gab. Das wird ihm zusätzlich die Stimmen jener einbringen, die nicht den SVP-Präsidenten als Standesvertreter von Zürich haben wollten. Namentlich bei der FDP dürfte er nun besser abschneiden als im ersten Wahlgang. Damals hatten die SVP-Wähler zwar in hohem Masse für den FDP-Kandidaten Felix Gutzwiller gestimmt, die FDP-Wähler hingegen weit weniger geschlossen für den SVP-Kandidaten. Das bürgerliche Zweierticket hat nur in eine Richtung gut funktioniert, nur Felix Gutzwiller wurde gewählt. Umso engagierter warb FDP-Parteipräsidentin Doris Fiala für Ueli Maurer, und Gutzwiller lobte die bisherige Zusammenarbeit mit Maurer als sehr gut sowohl auf der persönlichen wie auf der inhaltlichen Ebene: «In allen wichtigen Finanz- und Wirtschaftsfragen sind wir uns einig, und diese sind entscheidend für den Kanton Zürich.»
Volle Unterstützung hat Maurer auch vom kantonalen Gewerbeverband. Dessen Präsident Robert Gubler sitzt im Kopräsidium von Maurers Komitee «Zürich gewinnt», ebenso Doris Fiala und SVP-Kantonalpräsident Hansjörg Frei, die zurückgetretenen Ständeräte Hans Hofmann und Trix Heberlein, die SVP-Regierungsräte Rita Fuhrer und Markus Kägi sowie FDP-Regierungsrat Thomas Heiniger - nicht aber FDP-Regierungsrätin Ursula Gut.
Ueli Maurer konzentrierte sich in seiner Rede zum Wahlkampfauftakt auf die Abstimmung vom 25. November, wenn das Zürcher Volk über die Flughafen-Plafonierungsinitiative und den Gegenvorschlag sowie die Milderung der Dividendenbesteuerung befinden wird. «In beiden Fällen vertreten wir eine Mehrheit von Kantonsrat und Regierung», sagte Maurer und betonte, dass weder der Gegenvorschlag zum Flughafen noch die Steuervorlage extrem liberale Vorlagen seien, sondern pragmatisch erarbeitete Kompromisse. Das zeige, dass auch die Bürgerlichen bereit seien, auf die Bevölkerung Rücksicht zu nehmen.
Zürich
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