2. Wahlgang Ständerat
SP hilft Diener, aber Maurer setzt Segel für den Ständerat
26. Oktober 2007, 21:35 Von Niels WalterDie Grünliberale Verena Diener geht allein gegen Ueli Maurer ins Rennen. Chantal Galladé gibt ihr zu Gunsten auf. Doch Maurer bleibt siegesgewiss und tritt als SVP-Präsident zurück.
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Zwei Altgediente des Politbetriebs machen den Kampf um den freien Zürcher Ständeratssitz unter sich aus: Ueli Maurer (56, SVP) versus Verena Diener (58, Grünliberale) heisst der Zweikampf für den zweiten Wahlgang am 25. November. Die junge Chantal Galladé (34, SP), die Diener im ersten Wahlgang deutlich hinter sich liess, macht eine Kehrtwende, zieht sich zurück und lässt ihrer Konkurrentin den Vortritt.
Im linken Lager haben die Frauen Galladé und Diener nach tagelangem Hin und Her und Werweissen ihren Konkurrenzkampf auf die Spitze getrieben und schliesslich für einen Knallfeffekt gesorgt. Diener machte klar, dass sie auch nach ihrer langen Karriere als Nationalrätin und Regierungsrätin nicht daran denkt, einer Jüngeren Platz zu machen: Sie sei von vielen geradezu bekniet worden, nochmals anzutreten, erklärte sie.
Galladé hat auf Dieners Entscheid sofort reagiert und ihre Kandidatur zurückgezogen. Noch vor zwei Tagen hatte sie bekannt gegeben, sie werde definitiv nochmals kandidieren. Galladé begründet ihren Rückzug damit, dass es ihr in dieser Sache nicht primär um sich selber geht, sondern darum, dass eine einzige Kandidatin so viel Stimmen wie möglich aus dem Mitte-links-Lager auf sich vereinen soll, um gegen den SVP-Kandidaten Ueli Maurer gewinnen zu können. Hätten sich Diener und Galladé zur Wahl gestellt, wäre Maurer wohl problemlos und mit grossem Vorsprung gewählt worden.
Während sich die Linken in den vergangenen Tagen gegenseitig das Leben schwer gemacht haben, lancierte SVP-Kandidat Maurer seinen Kampf für den zweiten Wahlgang mit ein paar schlagzeilenträchtigen Neuigkeiten. Nach elf Jahren als Chef der SVP gibt er das Parteipräsidium ab. Auch beruflich verändert sich Maurer: Er hat seine Stelle als Geschäftsführer beim Bauernverband auf Mitte 2008 gekündigt und wird danach als Kommunikationsberater tätig sein.
Der Zeitpunkt dieser Ankündigungen hat der Politstratege Ueli Maurer genau geplant: Medienberichte und Würdigungen sind dem abtretenden, erfolgreichen SVP-Chef sicher. Der Schritt weg vom Parteipräsidium und weg vom Bauernverband, so Maurer, bedeute aber nicht, dass er sich nun vom Scharfmacher zu einem moderaten Politiker wandle. Auch bei seiner allfälligen Wahl in den Ständerat werde er in erster Linie die Interessen seiner Partei vertreten.
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