Zürich

Entflogener Flamingo zurück im Kinderzoo

26. Oktober 2007, 23:12 – Von Bettina Hübschen-Leinenbach

Der Flamingo, der vor einigen Tagen aus dem Rapperswiler Kinderzoo ausgebüxt war, ist wieder zu Hause. Die Ausflugstour endete in Schmerikon.

Zupacken war lange schwierig - in Schmerikon ging der Flamingo ins Netz.
Christoph Kaminski Zupacken war lange schwierig - in Schmerikon ging der Flamingo ins Netz.

Rapperswil. - Er ist wieder da, der Flamingo, der vor vier Tagen aus dem Kinderzoo Rapperswil ausgerissen war: Er konnte am Donnerstagabend in Schmerikon am Obersee eingefangen werden. Der rosarote Vogel hat die Rettungsaktion nach Aussagen von Zoodirektor Benjamin Sinniger gut überstanden und befindet sich wieder in Gesellschaft seiner 37 Artgenossen in Rapperswil.

Zuvor hatte der Flamingo nicht nur die Zoo-Mitarbeiter, sondern auch die Bevölkerung des Zürcher Oberlandes auf Trab gehalten. Verschiedene Fangaktionen rund um den Pfäffikersee scheiterten. Noch am Donnerstagvormittag vermeldete ein besorgter Anrufer, das Tier sei offensichtlich verendet, denn sein Körper treibe leblos in dem Gewässer. Wie sich wenig später herausstellte, handelte es sich bei dem vermeintlichen Kadaver um eine Flamingoattrappe. Ein unbekannter Witzbold hatte den Dekorationsartikel in den Schlick gesteckt. Wie es zu der Verwechslung kommen konnte, bleibt unklar.

Rundflug mit Zwischenstopp

Der Ausreisser hatte es sich derweilen auf dem Dach von Carrefour in Hinwil gemütlich gemacht. Kaum waren die Helfer vor Ort, flatterte das Tier davon. In Ettenhausen legte der Flamingo einen kurzen Zwischenstopp auf der Wiese der Migros-Tankstelle ein und erreichte schliesslich die Liegewiese der Ausliker Seebadi am Pfäffikersee. «Ich vermute ja, dass er nach seinem Kurzurlaub im Oberland dann doch ein bisschen Heimweh hatte», meinte Sinniger augenzwinkernd. Der Flamingo sei nämlich von der Badi aus auf direktem Weg Richtung Rapperswil geflogen. In Schmerikon, das nur drei Kilometer Luftlinie vom Zoogelände entfernt liegt, liess sich das Tier ein letztes Mal nieder, nun auf dem Flachdach einer Werft.

Die Zoo-Angestellten nutzten die Chance und starteten eine neue Fangaktion. Sie näherten sich behutsam von der Landseite her und erreichten so, dass der Vogel in Richtung See Reissaus nahm. «Flamingos haben Schwierigkeiten, aus der Schwimmbewegung heraus in die Luft zu starten», erläutert Sinniger. Das sei der ideale Moment gewesen, um den Ausreisser mit Hilfe von Netzen einzufangen. Die Aktion wurde von freiwilligen Helfern des Seerettungsdienstes unterstützt.

Jetzt sind die Flügel gestutzt

Das Tier, von dem niemand weiss, ob es sich um ein Männchen oder um ein Weibchen handelt, wurde anschliessend gründlich untersucht. Der Kurzurlaub blieb dem Anschein nach ohne Folgen. Einzig der Ring, mit dem der Flamingo markiert war, ging verloren und musste nach dem Ausflug ersetzt werden. Vorsorglich stutzte man dem Weltenbummler kurz nach seiner Rückkehr in einer schmerzlosen Prozedur die Schwungfedern, um eine Wiederholung des Abenteuers auszuschliessen.

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