Zürich

Viel Geld für «Das Fräulein» und viel Ehr - für «Chrigu»

21. November 2007, 23:28 – Von Nina Scheu

In der Toni-Molkerei wurde der Zürcher Filmpreis 2007 vergeben.

Geld und Ehre für Zürcher Filmer: Andrea taka mit Jan Gassmann (links) und seinem Produzenten Thomas Jörg.
Reto Oeschger Geld und Ehre für Zürcher Filmer: Andrea taka mit Jan Gassmann (links) und seinem Produzenten Thomas Jörg.

Zürich. - Nur einer der eingereichten Filme für den Zürcher Filmpreis habe die Jurymitglieder sprachlos zurückgelassen, war an der Verleihung des Zürcher Filmpreises Cadrage und der Erfolgprämien Succès Zürich gestern Abend in der ehemaligen Toni-Molkerei zu erfahren: «Chrigu», der eindrückliche Dokumentarfilm des jungen Zürchers Jan Gassmann über das langsame Sterben seines Freundes Christian «Chrigu» Ziörjen gewann denn auch den mit 30'000 Franken dotierten Hauptpreis, den die Zürcher Filmstiftung jährlich zu vergeben hat. Je 15'000 Franken erhielten «Dutti, der Riese», ein Porträt des Migros-Gründers Gottlieb Duttweiler von Martin Witz, sowie die filmische Spurensuche «Bruno Manser - Laki Penan» von Christoph Kühn und Thomas Hämmerlis Dokumentarfilm «Sieben Mulden und eine Leiche». Grossen Applaus der fast vollständig erschienenen Zürcher Filmszene gab es für die Träger der beiden Sonderpreise, den Tontechniker Dieter Meyer (15'000 Franken), und die Kunststudenten Alina Günter und Cyril Gfeller, die den fantasievollen Titel und Abspann von Thomas Imbachs «I Was a Swiss Banker» ausgetüftelt haben.

Der Zürcher Filmpreis, an dessen neuen Namen Cadrage man sich noch etwas gewöhnen muss, bringt zwar viel Ehr', aber im Verhältnis zu den Kosten, die selbst ein Kurzfilm verursacht, nur sehr wenig Geld. Das gibt es dafür bei den Erfolgsprämien, die seit 2004 ebenfalls von der Zürcher Filmstiftung gesprochen werden. Diese hochdotierten Auszeichnungen gehen an jene Filme, die im vergangenen Jahr an der Kinokasse und an Festivals die grössten Erfolge vorweisen konnten. Überraschte Sieger des Abends waren Andrea taka mit ihrem Film «Das Fräulein» (für Buch und Regie gabs je 45'000 Franken) und ihr Produzent Samir, der die 160'000 Franken für seine Produktionsfirma Dschoint Ventschr, die momentan in einer Finanzkrise steckt, gut gebrauchen kann. Weitere Auszeichnungen gingen an «Vitus» von Fredi M. Murer und «Die Herbstzeitlosen» von Bettina Oberli. Bei den Dokumentarfilmen gewannen «Jo Siffert» von Men Lareida und Reto Baumann, «Matchmaker» von Gabriele Antosiewicz und Stefan Haupts «Ein Lied für Argyris». Weitere Preise gingen an die Kurzfilme «Nachtflattern (Carmen Stadler), «Aschenbrüder» (Steve Walker und Markus Heiniger) und «René» (Tobias Nölle). Insgesamt wurden 885'000 Franken an erfolgsabhängigen Gutschriften vergeben. Diese sind allerdings an die Bedingung gekoppelt, dass sie in ein neues Filmprojekt investiert werden müssen.

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