Dada-Haus: Retter springt ab
15. Dezember 2007, 10:09 Von Benno GasserDas Dada-Kulturhaus Cabaret Voltaire sucht verzweifelt Geld. Bisher ruhten die Hoffnungen auf einer Kulturstiftung in Pfäffikon SZ. Doch jetzt macht diese einen Rückzieher.
Nach dem Ausstieg des einzigen Sponsors Swatch müssen bis Ende Jahr 170'000 Franken auf dem Tisch liegen. Ohne dieses Summe muss das Dada-Kulturhaus Cabaret Voltaire schliessen. Die Hoffnungen von Jean-Pierre Hoby, Direktor Kultur Stadt Zürich, ruhten bisher auf einer Kulturstiftung in Pfäffikon SZ. Jetzt hat die ungenannt bleiben wollende Stiftung einen Rückzieher gemacht. Sie wolle ihr Wirken auf die Region beschränken, sagt Hoby.
Die Sponsoren müssen für einen Teil des jährlichen Betriebsbeitrags in der Höhe von 400'000 Franken aufkommen, was ungefähr 250'000 Franken entspricht. Andy Rihs, Verwaltungspräsident des Hörgeräte-Herstellers Phonak, hat bisher 50'000 Franken zugesagt und die Volkart-Stiftung weitere 30'000 Franken.
Noch einmal Nicolas Hayek fragen
Hoby will alles daran setzen, das drohende Finanzloch bis Ende Jahr zu stopfen. Drei bis vier Sponsoren-Anfragen seien noch offen. Ausserdem will er noch einmal Swatch-Chef Nicolas Hayek darum bitten, seinen Entscheid zu überdenken. Bereits schrieb ihm Stadtpräsident Elmar Ledergerber in der gleichen Sache einen Brief. Eine Antwort steht noch aus.
Das Schicksal des Dada-Hauses wird sich Ende Januar im Gemeinderat entscheiden. Das Parlament muss darüber befinden, ob die Stadt weiterhin die Mietkosten von jährlich 315'000 Franken übernimmt. Die Bezahlung ist an die Vorbedingung geknüpft, Sponsorengelder in der Höhe von 250'000 Franken garantieren zu können. Die Chancen, diese Bedingung fristgerecht zu erfüllen, schätzt Hoby als «fünfzig-fünfzig» ein. Eine Schliessung des Dada-Hauses wäre für Zürich ein grosser Image-Verlust, sagt Hoby.
Zürich
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