Altersschwache Braunbärin Irma eingeschläfert
21. Dezember 2007, 21:26 Von Roger KellerDer Wildpark Langenberg hat sich von der ältesten Bewohnerin verabschiedet. Jetzt ist ihr Sohn Ursus (9) ganz allein im Gehege.
Langnau a. A. - Die Braunbärin Irma gehörte zu den beliebtesten und bekanntesten Tieren im Wildpark der Stadt Zürich. Sie galt als «grand old lady» des Wildparks, bewegte sich zuletzt aber nur noch selten ausserhalb ihrer Höhle und wirkte dabei laut Wildpark-Leiter Christian Stauffer «steif und langsam». Sie war bereits 28 Jahre alt. Dies ist für Bären laut Stauffer ein «sehr hohes Alter». Nur ganz selten würden sie in Zoos über 30 Jahre alt. In freier Wildbahn leben sie weniger lang.
Irma war das Alter in den letzten Jahren zunehmend anzumerken. Im Juni 2006 erlitt sie eine Infektion, von der sie sich noch gut erholte. Im Herbst 2007 fiel den Verantwortlichen des Tierparks eine zunehmende Steifheit im Gang auf. Bei einer Röntgenuntersuchung im Zürcher Tierspital kamen jedoch keine abnormalen Veränderungen zum Vorschein. Daraus schlossen die Ärzte, dass Irma nicht unter unerträglichen Schmerzen leide. Anfang Winter machten sich die Beschwerden indessen wieder verstärkt bemerkbar, und als auch eine veterinärmedizinische Behandlung nichts brachte, entschlossen sich die Wildpark-Verantwortlichen am Donnerstag, die Bärin einzuschläfern.
Irma hatte dem Langenberg mehrmals Nachwuchs beschert und lebte zuletzt zusammen mit ihrem neunjährigen Sohn Ursus in der Bärenanlage. Nach ihrem Tod bleibt Ursus nun allein im Langenberg zurück. Laut Stauffer dürfte er den Verlust seiner Mutter noch gar nicht bemerkt haben, da er sich zurzeit in der Winterruhe befindet und vorwiegend in seiner Höhle verharrt. Stauffer zeigte sich gestern Freitag aber zuversichtlich, dass Ursus schon bald wieder Gesellschaft erhält: Man sei mit mehreren anderen Zoos in Kontakt, um ein Braunbären-Weibchen nach Langnau zu holen. Damit soll es wieder möglich werden, Jungtiere aufzuziehen.


















