Neue Erkenntnisse zu Benkener Opalinuston
30. Dezember 2007, 22:57 Von Martin GmürDer ETH-Geologieprofessor Simon Löw und eine Doktorandin haben untersucht, wie sich der Opalinuston, in dem die Schweiz ihre radioaktiven Abfälle lagern will, verhält, wenn man darin gräbt.
Laut einem Artikel der «SonntagsZeitung» haben sie in einem Felslabor im Kanton Jura einen kurzen Stollen ausgebrochen und dabei offenbar festgestellt, dass sich Risse im Ton bildeten. Laut dem Zeitungsbericht nicht im Lagerraum selbst, sondern vor allem im Zugangsstollen. Diese Reaktion habe man auf Grund der bisherigen Modelle nicht erwartet, wird Löw zitiert: «Wir haben nun gesehen, dass die Sache viel komplizierter ist.»
Und politisch brisant ist eine solche Erkenntnis obendrein, zumal noch nicht bekannt ist, ob davon ein Endlager in Benken oder sonst wo in Opalinuston-Schichten betroffen ist. Aber schon auf Grund des kurzen Zeitungsartikels hat sich am Sonntag die deutsche SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter zu Wort gemeldet und gefordert, dass «die neuen Erkenntnisse bei der Standortsuche des schweizerischen Atomendlagers berücksichtigt werden». Die Risse im Ton ergäben «eine völlig neue Situation für den bisher favorisierten Opalinus-Standort Benken direkt an der Grenze», schreibt Schwarzelühr in einer Mitteilung. Löw war gestern nicht erreichbar.
Zürich
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