Zoo-Seilbahn: Konzessionsgesuch noch in diesem Jahr
05. März 2008, 20:42 Von Martin HuberDer Zoo will vorwärts machen mit der geplanten Luftseilbahn nach Stettbach hinunter.
Zürich. - Noch in diesem Jahr wollen die Verantwortlichen des Zoos Zürich das Konzessionsgesuch für die Bahn beim Bundesamt für Verkehr (BAV) einreichen. Dies erklärte Zoo-Vizedirektor und Projektleiter Andreas Hohl auf Anfrage. Gespräche mit dem BAV, in deren Verlauf die wichtigsten Verfahrensfragen geklärt wurden, seien positiv verlaufen: «Das BAV zeigt viel Interesse an der Zoo-Seilbahn.» Dies nicht zuletzt darum, weil eine solche Bahn im internationalen Vergleich als probate Alternative im öffentlichen Nahverkehr gelte.
Zuvor hatte bereits der Verband Seilbahnen Schweiz einigen Goodwill für das Zürcher Gondelbahnprojekt gezeigt und von einem «Novum im Schweizer Seilbahnwesen» gesprochen: Weil die Bahn nicht nur rein touristische Zwecke verfolgt, sondern als Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes der besseren Erschliessung des Zoos dienen soll. Sukkurs kam auch aus dem Kantonsrat, der vor Jahresfrist die Seilbahn in den Verkehrsrichtplan aufnahm.
Trotz dieser positiven Signale: Bis zur Realisierung der Bahn ist es noch ein weiter Weg. Andreas Hohl spricht von einem «10-Jahres-Projekt», die Eröffnung werde nicht vor 2015 sein. So muss noch die Finanzierung geklärt werden. Die Investitionskosten von geschätzten 16,7 Millionen Franken will der Zoo grösstenteils über Sponsoren finanzieren. Laut Hohl ist man daran, eine Gesellschaft zu gründen.
Nötig sein dürfte auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung, weil ein neues Gebiet erschlossen wird. Zudem sehen sich die Bahnpromotoren mit Widerstand aus Stettbach und Dübendorf und teilweise auch aus Schwamendingen konfrontiert. Dort befürchtet man eine Verkehrszunahme und bangt um das Naturschutzgebiet Sagentobel, das durch Bahnmasten und viele Ausflügler beeinträchtigt werden könnte. «Es wird sicher Einsprachen geben», sagt Hohl. Bei solchen Projekten sei immer mit Widerstand zu rechnen.
Umweltfreundliches Transportmittel
Dennoch ist der Zoo entschlossen, das Projekt zu realisieren. Die Seilbahn sei punkto Energieverbrauch und Lärm eine umweltfreundliche Transportlösung mit grossem Potenzial. Mit ihr könne das Problem bei der Verkehrserschliessung des Zoos entschärft werden.
Laut BAV-Sprecher Gregor Saladin sollte die Konzession innerhalb eines Jahres vorliegen. Dagegen sind Einsprachen möglich. Danach muss der Zoo ein konkretes Bauprojekt ausarbeiten, das ebenso vom BAV genehmigt werden muss wie später die Betriebsbewilligung. «Wir verfolgen das Projekt mit grossem Interesse», sagt Gregor Saladin. Weil es sich in städtischem Gebiet befinde, sei es allerdings um einiges komplexer als bei anderen Bahnen.


















